SC Grand-Ouvert 75 Hamburg
   
 
  Skat Gericht -3-
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=> Skat Gericht -3-


 Das Skat-Gericht: Fall Nr. 061

Die Karten wurden ordnungsgemäß verteilt. Noch bevor Mittelhand ein Reizgebot abgibt, passt Vorhand. Mittelhand sagt 18 und nimmt - ohne ein Reizgebot von Hinterhand abzuwarten - den Skat auf. Hinterhand reklamiert sofort, dass Mittelhand den Skat voreilig aufgenommen hat. Sie ist der Auffassung, dass Mittelhand den Skat, den sie noch in der Hand hält, wieder hinlegt und vom Reizen ausgeschlossen wird. Hinterhand möchte nun bei einem Reizwert von 18 das Spiel erhalten. Vorhand ist der Ansicht, dass sie durch den Regelverstoß von Mittelhand nicht mehr an ihr Reizgebot gebunden ist und am neuen Reizvorgang teilnehmen darf. Hinterhand ist der Meinung, dass Vorhand nicht am neuen Reizvorgang teilnehmen kann, da sie bereits vor Beginn des Reizens gepasst hat.

 Urteil:

Vor- und Mittelhand sind vom Reizen ausgeschlossen. Hinterhand wird Alleinspieler, wenn sie ein Reizgebot abgibt.

Hat ein Spieler vor Beendigung des Reizens den Skat eingesehen oder aufgenommen oder die Karten eines Mitspielers unberechtigt eingesehen, ist er vom weiteren Reizen auszuschließen. Außerdem sind die beiden anderen Spieler nicht mehr an ihre Reizgebote gebunden. Sie können einpassen oder neu reizen. Das gilt auch, wenn der Kartengeber oder ein anderer Mitspieler den Skat vor Beendigung des Reizens angesehen hat (ISkO 3.3.9 Satz 1 bis 4).

Die Bestimmung ISkO 3.3.9 wurde auf dem 28. Deutschen Skatkongress am 09.11.02 in Papenburg um Satz 5 erweitert. Danach dürfen Spieler, die vor Abgabe eines Reizgebotes gepasst haben, nicht am neuen Reizvorgang teilnehmen. Damit soll ausgeschlossen werden, dass ein Spieler, der voreilig gepasst hat, nach einem Regelverstoß eines Mitspielers während des Reizens, doch noch Alleinspieler werden kann.

Im vorliegenden Fall hat Mittelhand vor Beendigung des Reizens den Skat angesehen. Durch diesen Regelverstoß ist sie nach ISkO 3.3.9 vom weiteren Reizen ausgeschlossen. Vor- und Hinterhand sind nicht mehr an ihr Reizgebot gebunden. Sie können einpassen oder neu reizen. Da Vorhand aber vor Abgabe eines Reizgebotes gepasst hat, ist auch sie nach ISkO 3.3.9 vom neuen Reizvorgang ausgeschlossen. Hinterhand kann allein entscheiden, ob sie spielen oder einpassen möchte. Da sie ein Spiel durchführen möchte, reicht ein Reizgebot von 18 aus. Hätte Vorhand ein Reizgebot von Mittelhand abgewartet und dann sofort gepasst, wäre sie nach dem Regelverstoß von Mittelhand am erneuten Reizvorgang zu beteiligen.

 Das Skat-Gericht: Fall Nr. 062

Hinterhand reizt Vorhand, da Mittelhand nach ihrem Reizgebot von 20 gepasst hat, in der zahlenmäßigen Reihenfolge bis 36, die von Vorhand gehalten werden. Dann sagt sie »Grand Hand«. Daraufhin passt Vorhand. Nun nimmt Hinterhand den Skat auf und sagt ein »Kreuz –Spiel« an. Die Gegenspieler verlangen sofortigen Spielverlust für den Alleinspieler, da dieser nach seiner »Hand-Ansage« den Skat aufgenommen hat. Hinterhand ist allerdings der Meinung, dass sie lediglich einen Reizwert von mindestens 72 geboten, aber keinesfalls ein Spiel angesagt hätte.

 Urteil:

Hinterhand hat nach einer gültigen Spielansage den Skat eingesehen und daher ihr Spiel »Grand-Hand« verloren.

Niemand hat Hinterhand dazu aufgefordert, anstelle eines Reizwertes von 72, »Grand-Hand« anzusagen. Mit dieser Aussage hat sie nicht nur einen Reizwert von mindestens 72 abgegeben, sondern sich für den Fall, dass sie Alleinspieler wird verpflichtet, ihr Spiel als »Grand-Hand« durchzuführen. Sie hat eine nach ISkO 3.4.7 gültige unabänderliche Spielansage getätigt, an die sie gebunden ist.

Nach einer gültigen Spielansage darf nach ISkO 3.4.8 der Skat nicht verändert und der abgelegte Skat nicht mehr angesehen werden. Da der Alleinspieler nach der Spielansage den Skat eingesehen hat, liegt ein Regelverstoß vor, der zum sofortigen Spielverlust führt.

 Das Skat-Gericht: Fall Nr. 063

Mittelhand sagt ein »Null-Spiel« an. Vorhand spielt Kreuz-König auf, Mittelhand bedient mit Kreuz –7, Hinterhand legt Kreuz-Dame dazu und zieht den Stich ein. Danach spielt Vorhand Kreuz-10 aus, die von Mittelhand mit Kreuz-8 bedient wird. Hinterhand, die den ersten Stich eingezogen hat, nimmt nach kurzer Überlegung den abgelegten Stich noch einmal auf und sieht ihn sich an. Der Alleinspieler reklamiert und will sein Spiel gewonnen haben. Hinterhand ist der Meinung, dass er den abgelegten Stich ansehen durfte, da er noch keine Karte zum zweiten Stich gelegt hatte.

 Urteil:

Hinterhand durfte den ersten Stich aufnehmen und ansehen.

Nach ISkO 4.4.3 Satz 2 muss der letzte Stich auf Verlangen eines Spielers, der noch keine Karte ausgespielt oder zugegeben hat, noch einmal gezeigt werden.

Im vorliegenden Fall hatte Hinterhand zum zweiten Stich noch keine Karte zugegeben. Sie war daher berechtigt, den ersten Stich noch einmal anzusehen. Dabei ist es unerheblich, wer den ersten Stich eingezogen hat. Das Spiel muss in der üblichen Weise durchgeführt und seinem Ausgang entsprechend gewertet werden.

 Das Skat-Gericht: Fall Nr. 064

Vorhand wird Alleinspieler. Sie nimmt den Skat auf und drückt ordnungsgemäß zwei Karten. Für alle Mitspieler sichtbar trägt sie in die Spielliste unter der Rubrik „Grundwerte“ 24 ein. Danach nimmt sie den Skat noch einmal auf und überlegt, ob sie ihn verändern sollte. Jetzt reklamiert Mittelhand und verlangt, dass dem Alleinspieler ein Grandspiel als verloren abgeschrieben wird. Er begründet seine Reklamation damit, dass der Alleinspieler den Skat noch einmal angesehen hat, obwohl mit der Eintragung in die Spielliste für alle eindeutig ein Grandspiel angesagt worden sei.

 Urteil:

Der Alleinspieler ist berechtigt, die beiden als Skat vorgesehenen Karten wieder aufzunehmen, zwei Karten als Skat abzulegen und jedes ihm beliebige Spiel unter Berücksichtigung der letzten Reizhöhe und der Anzahl der vorhandenen oder fehlenden Spitzen anzusagen.

Nach ISkO 4.1.1 beginnt das Spiel mit der Spielansage und nicht mit der Eintragung in die Spielliste. Erst nach einer gültigen Spielansage darf der Skat nicht verändert und der abgelegte Skat nicht mehr angesehen werden (ISkO 3.4.8 ).

Es wäre ein Ungleichbehandlung der Mitspieler, wenn die Eintragung des evtl. beabsichtigten Spiels bereits als gültige Spielansage nach ISkO 3.4.1 mit der Konsequenz der Unabänderlichkeit (ISkO 3.4.7 ) gewertet würde. Eine solche Eintragung kann nur von Platz 1 (und evtl. Platz 3) vorgenommen werden, wenn diese Alleinspieler wurden. Platz 2 und Platz 4 haben diese Möglichkeit nicht. In keiner Bestimmung der ISkO ist aufgeführt, dass ein Spiel bereits mit der Eintragung in die Spielliste beginnt.

 Das Skat-Gericht: Fall Nr. 065

Nach ordnungsgemäßer Kartenverteilung passt Mittelhand. Ohne ein Gebot von Hinterhand abzuwarten, passt Vorhand ebenfalls. Hinterhand nimmt nun, ohne ein Gebot abzugeben, den Skat auf, betrachtet die beiden Karten und legt sie für alle erkennbar kurz auf den Tisch. Danach nimmt sie den Skat wieder auf, sortiert ihn in ihre Karten ein und drückt ordnungsgemäß. Nun legt sie ihre 10 Handkarten offen auf den Tisch und tauft gleichzeitig einen »Null Ouvert«. Jetzt bemängeln die Gegenspieler, dass Hinterhand kein Reizgebot abgegeben hat und damit auch nicht Alleinspieler werden konnte. Der Kartengeber ist der Meinung, das Spiel müsste eingepasst werden. Hinterhand ist der Auffassung, dass sie kein Reizgebot mehr abgeben muss, wenn die beiden anderen Spieler gepasst haben. Den Skat dürfe sie als Alleinspieler immer offen zeigen. Da sie somit keinen Regelverstoß begangen hätte, könnte sie auch ihren »Null Ouvert« spielen. Einer der Gegenspieler ist der Meinung, dass Hinterhand nur deshalb ein Spiel angesagt habe, weil ihr die Karten im Skat in ihr Blatt gepasst hätten. Wäre das nicht der Fall gewesen, hätte Hinterhand auch nicht Alleinspieler werden wollen und das Spiel eingepasst.

 Urteil:

Hinterhand ist Alleinspieler geworden und kann bzw. muss ihr angesagtes Spiel durchführen.

Nach ISkO 3.3.1 ist nach dem Geben durch das Reizen – Bieten und Halten von Spielwerten – der Alleinspieler zu ermitteln. Alleinspieler wird nach ISkO 3.3.5 stets derjenige, der den höchsten Reizwert geboten oder gehalten hat. Bieten Mittelhand und danach auch Hinterhand nichts, darf Vorhand nach ISkO 3.3.6 den Skat ohne Erklärung aufnehmen (oder ein Handspiel ansagen).

Das Recht, den Skat ohne Abgabe eines Reizgebots aufzunehmen, steht daher ausschließlich dem Spieler in Vorhand zu, wenn Mittelhand und Hinterhand kein Reizgebot abgeben. Mittel- oder Hinterhand sind verpflichtet, vor Skataufnahme ein Reizgebot abzugeben.

Nach ISkO 4.5.10 Satz 1 sind Verstöße gegen die Internationale Skatordnung von jedem Teilnehmer sofort zu beanstanden. Die Mitspieler habe es jedoch versäumt, Hinterhand vor der Spielansage auf den Regelverstoß der unberechtigten Skateinsicht aufmerksam zu machen. Es stand den Mitspielern ausreichend Zeit zur Verfügung (Skataufnahme, Vorzeigen, Einsortieren, Drücken und Spielansage), den Regelverstoß zu beanstanden. Da bis zur Spielansage keine Reklamation erfolgte, haben sie die Handlungsweise von Hinterhand billigend in Kauf genommen und akzeptiert, dass diese Alleinspieler wurde.

Hinterhand ist somit wegen verspäteter Reklamation Alleinspieler geworden und kann bzw. muss ihr Spiel durchführen, das entsprechend seinem Ausgang gewertet wird.

Wäre der Regelverstoß sofort, das heißt im vorliegenden Fall spätestens bis zur Spielansage, beanstandet worden, wäre Hinterhand wegen Verstoß gegen ISkO 3.3.9 (Skateinsicht vor beendetem Reizen) vom Reizen ausgeschlossen und damit nicht Alleinspieler geworden. In diesem Fall wäre das Spiel als »eingepasst« in die Spielliste einzutragen.

 Das Skat-Gericht: Fall Nr. 066

Nach dem dritten Stich ist das Spiel noch nicht entschieden und der Alleinspieler sitzt in Hinterhand. Noch bevor der Gegenspieler in Vorhand eine Karte zum vierten Stich ausspielt, hat Mittelhand bereits eine Karte vorgezogen und hält sie verdeckt (Innenseite nicht sichtbar) in der rechten Hand, die auf dem Tisch liegt. Daraufhin reklamiert der Alleinspieler das Vorziehen der Karte von Mittelhand und beansprucht Spielgewinn. Er ist der Meinung, dass Mittelhand mit seiner Handlungsweise einen Regelverstoß begangen hat.

 Urteil:

Der Alleinspieler hat sein angesagtes Spiel gewonnen.

Nach ISkO 4.2.7 Satz 1 ist Spiel beeinflussendes Vorwerfen und herausforderndes (demonstratives) Vorziehen einer Karte nicht gestattet. Weiterhin haben sich alle Mitspieler jeglicher Äußerungen und Gesten zu enthalten, die geeignet sind, die Karten zu verraten oder den Spielverlauf zu beeinträchtigen (ISkO 4.2.9 Satz 1).

Es steht außer Zweifel, dass die Verhaltensweise von Mittelhand den Bestimmungen der ISkO 4.2.7 und 4.2.9 widerspricht. Das demonstrative Vorziehen der Karte kann (muss nicht) einen Einfluss auf den weiteren Spielverlauf haben. Die Forderung des Alleinspielers auf Abbruch des Spiels und Zuerkennung des Spielgewinns ist berechtigt. Es mag sein, dass das Spiel des Alleinspielers am seidenen Faden hing und zu diesem Zeitpunkt nicht mehr zu gewinnen war. Solche Verstöße kommen häufig vor, werden jedoch selten gerügt, weil der Alleinspieler in Anbetracht eines sicher gewonnen Spiels ein solches Fehlverhalten großzügig übersieht.

Im vorliegenden Fall hat der Alleinspieler den Regelverstoß beanstandet und sofortigen Spielgewinn gefordert. Der Gegenspieler in Mittelhand ist alleiniger Verursacher der entstandenen Situation; daher muss die Gegenpartei (gemeinsame Haftung) auch die Folgen tragen. Da das Spiel noch nicht entschieden war, hat der Alleinspieler sein angesagtes Spiel in der Stufe einfach gewonnen.

 Das Skat-Gericht: Fall Nr. 067

Nach dem Spielverlauf steht für den ausspielberechtigten Gegenspieler fest, dass der Alleinspieler nur noch einen Stich bekommt. Er zeigt ohne weiteren Kommentar nur dem Alleinspieler seine Karten, die dem anderen Gegenspieler von ihren Innenseiten her nicht sichtbar werden können. Als der Alleinspieler erkennt, dass er nur noch einen Stich machen kann und das Spiel für ihn damit verloren ist, reklamiert er die Handlungsweise des Gegenspielers.

 Urteil:

Der Alleinspieler hat sein Spiel gewonnen.

Nach ISkO 4.3.5 darf ein Gegenspieler bei einem Farb- oder Grandspiel nur dann offen spielen, wenn er unabhängig von Kartenstand und Spielführung alle weiteren Stiche macht. Dabei ist es unerheblich, ob der Gegenspieler seine Karten offen auflegt und dazu eine Erklärung abgibt oder die Karten nur dem Alleinspieler zeigt.

Selbst wenn dem vorzeigenden Gegenspieler klar ist, dass der Alleinspieler anhand des Kartensitzes sein Spiel nicht mehr gewinnen kann, darf er seine Karten erst dann vorzeigen (auch wenn er diese nur dem Alleinspieler zeigt), wenn er unabhängig vom weiteren Spielverlauf alle weiteren Stiche macht.

Da der Gegenspieler nach dem Vorzeigen seiner Karten noch einen Stich abgibt, liegt ein Regelverstoß vor. Daher gehören alle Reststiche vom Regelverstoß an dem Alleinspieler, der damit sein Spiel gewonnen hat. Der Gegenspieler in Vorhand ist für seine Handlungsweise selbst verantwortlich und muss daher auch die daraus entstehenden Konsequenzen tragen.

 Das Skat-Gericht: Fall Nr. 068

Der Alleinspieler legt seine 10 Handkarten deutlich sichtbar, nach Farben gruppiert und in Folge geordnet zum Null-ouvert auf den Tisch. Er hat in seinem Blatt mit Pik 7, -8, Dame, König und Ass eine Schwachstelle. Noch bevor eine Karte ausgespielt wird, fragt ein Gegenspieler den Alleinspieler: „Was lag denn im Skat?“. Der Alleinspieler beansprucht wegen dieser Frage sofortigen Spielgewinn. Da der andere Gegenspieler Pik 9, 10 und Bube hat, erklärt er das Spiel für den Alleinspieler als verloren.

 Urteil:

Der Alleinspieler hat seinen Null-ouvert sofort gewonnen.

Nach ISkO 3.5.2 ist jeder einzelne der Gegenpartei gleichermaßen am Erfolg wie Misserfolg der Gegenspieler beteiligt. Es haften demnach auch alle gemeinsam für die Folge von Regelverstößen im Gegenspiel oder bei Spielaufgabe.

Alle Spiele sind beendet, sobald einer der Gegenpartei das Spiel aufgibt (ISkO 4.3.3 ).

Die Frage „Was lag denn im Skat?“ ist nach Ansicht des ISkG mit einer Spielaufgabe gleichzustellen. Im Normalfall wird diese Frage erst dann gestellt, wenn man das Spiel für beendet ansieht. Es muss davon ausgegangen werden, dass der fragende Gegenspieler nicht erkannt hat, dass der andere Gegenspieler mit seinem Blatt den Spielverlust für den Alleinspieler herbeiführen kann. Da im vorliegenden Fall eine »Spielaufgabe« anzunehmen ist, führt die Reklamation des Alleinspielers zum sofortigen Spielgewinn. Der andere Gegenspieler muss den Fehler seines Mitspielers mittragen (gemeinsame Haftung).

 Das Skat-Gericht: Fall Nr. 069

Nach dem 3. Stich ist das Spiel noch nicht entschieden und der Alleinspieler sitzt in Hinterhand. Bevor Vorhand zum nächsten Stich ausspielt, zieht Mittelhand eine Karte (nicht sichtbar) vor und legt sie verdeckt mit einer Hand festhaltend auf dem Tisch ab. Der Alleinspieler verlangt nun sofortigen Spielgewinn wegen demonstrativem Vorziehen der Karte. Mittelhand lehnt einen Regelverstoß ab und beschuldigt den Alleinspieler, ein fadenscheiniges Recht zu suchen, da dieser sein Spiel nicht mehr gewinnen kann.

 Urteil:

Der Alleinspieler hat sein Spiel sofort gewonnen.

Nach ISkO 4.2.7 ist Spiel beeinflussendes Vorwerfen und herausforderndes (demonstratives) Vorziehen einer Karte nicht gestattet. Weiterhin haben sich alle Mitspieler nach ISkO 4.2.9 jeglicher Äußerungen und Gesten zu enthalten, die geeignet sind, die Karten zu verraten oder den Spielverlauf zu beeinträchtigen. In beiden Fällen sind die Konsequenzen aus den Bestimmungen ISkO 4.1.3 bis 4.1.6 anzuwenden. Es steht außer Zweifel, dass die Verhaltensweise von Mittelhand den Bestimmungen der ISkO 4.2.7 und 4.2.9 widerspricht. Dabei ist es für die Entscheidung unerheblich, ob das demonstrative Vorziehen der Karte einen Einfluss auf den weiteren Spielverlauf hat. Bestimmend ist die Tatsache, dass nach ISkO 4.2.7 das demonstrative Vorziehen nicht gestattet ist und nach ISkO 4.2.9 als Geste geeignet ist, die Karten zu verraten oder den Spielverlauf zu beeinträchtigen. Die Reklamation des Alleinspielers ist berechtigt. Dabei ist es unerheblich, ob der Alleinspieler das Spiel gewonnen hätte oder nicht. Das Skatgericht entscheidet grundsätzlich nach dem Verursacherprinzip. Der Gegenspieler in Mittelhand ist durch das demonstrative Vorziehen der Karte Verursacher für die entstandene Situation. Daher muss die Gegenpartei auch die Folgen tragen (gemeinsame Haftung). Solche Verstöße kommen häufig vor, werden jedoch selten gerügt, weil der Alleinspieler in Anbetracht eines sicheren Spiels ein solches Fehlverhalten großzügig übersieht. Wird der Regelverstoß aber beanstandet, so ist das Spiel nach den Bestimmungen 4.1.3 bis 4.1.6 beendet.

 Das Skat-Gericht: Fall Nr. 070

Vorhand erhält das Spiel, hebt den Skat auf, sortiert diesen in ihre Handkarten ein und sagt gleichzeitig: „Es ist ein Grand geworden“. Jetzt reklamiert einer der Gegenspieler auf Spielverlust, da der Alleinspieler aus seiner Sicht eine Spielansage mit 12 Karten vorgenommen hat.

 Urteil:

Der Alleinspieler hat nicht sofort verloren.

Mit dem Aufnehmen des Skats und der Aussage „Es ist ein Grand geworden“ hat der Alleinspieler noch keine gültige Spielansage nach ISkO 3.4.1 vorgenommen. Es kommt verhältnismäßig oft vor, dass der Alleinspieler ein Spiel reizt und mit dem Skat auf einmal ein anderes Spiel, als das zunächst gereizte spielen kann oder muss. Die bei Aufnahme des Skats getätigten Aussagen, wie: „Jetzt habe ich zum Null ouvert gefunden, es ist ein Grand geworden oder jetzt habe ich dieses oder jenes Farbspiel“ sind nicht als Spielansagen nach ISkO 3.4.1 zu werten.

Der Alleinspieler kann daher zwei Karten in den Skat legen und eine nach ISkO 3.4.1 gültige Spielansage vornehmen. Dieses Spiel ist durchzuführen und entsprechend seines Ausgangs zu werten.

Bei einer andere Auslegung hätte der Alleinspieler auch immer dann verloren, wenn er zwei Buben im Skat findet, diese zeigt und sagt: „Jetzt habe ich zum Grand gefunden“, da eine »Spielansage« mit mehr als zehn Handkarten erfolgt wäre. Das würde aber der allgemeinen Spielpraxis widersprechen.

 Das Skat-Gericht: Fall Nr. 071

Der Alleinspieler hat bei einem Herzspiel nach sechs Stichen 50 Augen und sitzt in Hinterhand. Zum siebten Stich wird Pik-Ass ausgespielt, das von Mittelhand mit Pik-7 bedient wird. Der Alleinspieler stich mit Herz-8 und lässt den Stich offen liegen. In der Annahme auch die restlichen Stiche zu bekommen, deckt er nun seine Karten ohne Abgabe einer einschränkenden Erklärung auf. Sofort meldet einer der Gegenspieler, dass er noch einen Stich macht und verlangt, dass alle Reststiche – auch der noch offenliegende siebte Stich - an die Gegenpartei gehen. Der Alleinspieler ist bereit die drei letzten Stiche abzugeben, beansprucht allerdings den siebten Stich, mit dem er das Spiel aus seiner Sicht bereits gewonnen habe.

 Urteil:

Der Alleinspieler hat sein Spiel gewonnen.

Nach ISkO 4.4.2 ist es dem Besitzer eines Stiches erlaubt, vor dem Einziehen seines Stiches zum nächsten Stich auszuspielen. Also muss es in der Konsequenz dem betreffenden Spieler auch erlaubt sein, eine Spielabkürzung vorzunehmen und danach den letzten ordnungsgemäß abgeschlossenen Stich einzuziehen. Im vorliegenden Fall hat der Alleinspieler mit dem siebten Stich 61 Augen erreicht und daher sein Spiel gewonnen.

Anders wäre zu entscheiden, wenn der Alleinspieler den siebten Stich liegen lässt und seine verbleibenden drei Restkarten (oder eine davon) auf den siebten Stich spielt und danach noch einen Stich abgibt. In diesem Fall ist ISkO 4.4.5 anzuwenden. Nach dieser Regelung gilt das Spiel rückwirkend vom letzten ordnungsgemäß eingezogenen Stich an als beendet und der Alleinspieler hätte sein Spiel mit 50 Augen verloren.

 Das Skat-Gericht: Fall Nr. 072

Nach dem sechsten Stich ist das Spiel noch nicht entschieden. Der Alleinspieler in Vorhand zeigt seine restlichen vier Karten, in denen er neben dem letzten im Spiel befindlichen Trumpf noch Pik Ass, Pik 10 und Pik 7 führt. Daraufhin werfen Mittelhand und Hinterhand ihre Karten offen auf den Tisch. Jetzt erkennt der Kartengeber, dass Hinterhand Pik König, Pik 9 und Pik 8 hatte und somit in jedem Fall noch einen Stich bekommen hätte. Da der Alleinspieler keine zutreffende einschränkende Erklärung abgegeben hat, verlangt der Kartengeber, dass die restlichen vier Stiche an die Gegenpartei gehen müssen. Dieser Forderung schließen sich nun die beiden Gegenspieler an. Der Alleinspieler ist der Meinung, dass er in jedem Fall noch drei Stiche bekommen und damit sein Spiel gewonnen hätte.

 Urteil:

Der Alleinspieler hat sein Spiel gewonnen.

Nach ISkO 4.3.4 zeigt der Alleinspieler durch das Auflegen oder Vorzeigen seiner Karten während eines Farb- oder Grandspiels ohne Abgabe einer zutreffenden Erklärung an, dass er alle weiteren Stiche macht. Trifft das nicht zu, ist das Spiel beendet. Offenes Hinwerfen der Karten beendet das Spiel für die betreffende Partei mit den von ihr bis dahin eingebrachten Augen (ISkO 4.3.6 ). Alle Spiele sind beendet, sobald einer der Gegenpartei das Spiel aufgibt (ISkO 4.3.3 ). Mit dem Vorzeigen seiner letzten vier Karten ohne zutreffende Erklärung hatte sich der Alleinspieler verpflichtet, alle Reststiche zu machen. Die Gegenspieler haben ihre Karten hingeworfen. Damit haben sie gleichzeitig die Bedingung des Alleinspielers akzeptiert, dass er alle Reststiche macht. Die Reklamation des Kartengebers kommt zu spät. Anders wäre zu entscheiden, wenn nur Mittelhand die Karten hingeworfen hätte, da sie nicht erkennen konnte, dass Hinterhand noch einen Stich macht. Hätte Hinterhand reklamiert, noch einen Stich zu bekommen, wäre das Spiel für den Alleinspieler verloren gewesen. Der Alleinspieler hätte sich in diesem Fall nicht auf ISkO 4.3.3 berufen können, da er mit dem Vorzeigen seiner Karten die Ursache für das Wegwerfen der Karten von Mittelhand gesetzt hat.

 Das Skat-Gericht: Fall Nr. 073

Hinterhand wird bei gereizten 30 Alleinspieler. Sie schiebt den Skat unbesehen zur Seite und tauft ihr Spiel Herz Hand. Noch bevor Vorhand ausspielen kann, steckt Mittelhand nun drei Karten aus der Mitte nach vorne um. Hinterhand reklamiert sofortigen Spielgewinn, da sie im Umstecken der Karten einen Hinweis für Vorhand vermutet.

 Urteil:

Das Spiel ist durchzuführen und seinem Ausgang entsprechend zu bewerten.

Nach ISkO 4.2.9 Satz 1 haben sich alle Mitspieler jeglicher Äußerungen und Gesten zu enthalten, die geeignet sind, die Karten zu verraten oder den Spielverlauf zu beeinträchtigen. Streitfälle in dieser oder ähnlicher Art wurden in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder an das Skatgericht herangetragen. Die Mitglieder des Skatgerichts betrachten das Umstecken der Karten grundsätzlich als Sortiervorgang und nicht als Regelverstoß (Kartenverrat). Wie und in welcher Form ein Spieler die Sortierung seiner Handkarten vornimmt, bleibt ihm ganz alleine überlassen. Der Alleinspieler kann nicht (genauso wenig wie der zweite Gegenspieler) mit Bestimmtheit sagen, ob es sich bei den umgesteckten Karten um Trumpfkarten handelt oder nicht. Der Gegenspieler kann seine Karten z.B. unsortiert aufgenommen und erst nach Beendigung des Reizens oder nach der Spielansage mit der Sortierung begonnen haben. Ob er seine Trumpfkarten dabei nach links, rechts oder in die Mitte sortiert, ist unerheblich. Einen guten Spieler kann man daran erkennen, dass er seine Karten beim Aufnehmen nicht steckt oder nach der Spielansage nicht mehr umsteckt. Aber es gibt auch Spieler, die ihre Karten nach einem bestimmten Schema stecken (z.B. nach der Spielansage alle vorhandenen Trümpfe nach links). Ohne dieses Umstecken wären diese Spieler nicht in der Lage, die noch vorhandenen oder schon gespielten Trümpfe zu behalten (rekonstruieren). Der gute Spieler kann, wenn er die Spiel- und Steckweise seiner Mitspieler beobachtet, mehr Vorteile als Nachteile aus dieser Verhaltensweise ziehen. Wenn ein (oder mehrere) Spieler das immer so handhabt, sind die Bedingungen für alle Beteiligten gleich. Anders wäre zu entscheiden, wenn ein Spieler, der in den bisherigen Spielen seine Karten nicht umgesteckt hat, das auf einmal und in einer sehr demonstrativen Art durchführt. In diesem Fall wäre der normale Spielverlauf durch diese Handlungsweise beeinträchtigt und das Spiel sofort zugunsten des Alleinspielers zu beenden (ISkO 4.2.9 ).

 Das Skat-Gericht: Fall Nr. 074

Das Spiel ist noch nicht entschieden. Der Alleinspieler spielt eine Trumpf-Lusche auf und sagt, ohne seine Karten vorzuzeigen oder aufzulegen, zum Gegenspieler in Mittelhand: „Hau was rein, ist euer letzter“. Mittelhand schmiert darauf hin ein Ass. Als Hinterhand den Stich übernommen hat, wirft Mittelhand ihre restlichen Karten offen auf den Tisch. Hinterhand reklamiert sofort, da sie noch einen weiteren Stich macht. Aus diesem Grunde beansprucht sie Spielverlust für den Alleinspieler. Dieser ist jedoch der Meinung, dass er keinesfalls verloren habe, weil er seine Karten nicht vorgezeigt hat. Im übrigen sei es ihm jetzt nicht mehr zuzumuten, das Spiel fortzusetzen.

 Urteil:

Mittel- und Hinterhand können ihre zum letzten Stich gespielten Karten wieder aufnehmen. Das Spiel wird weiter durchgeführt und entsprechend seinem Ausgang gewertet.

Der Alleinspieler ist zu verwarnen. Mir seiner Aussage, an die der Alleinspieler aber ohne Aufdecken seiner Karten nicht gebunden ist, vermittelt er den Eindruck, dass dies der letzte Stich für die Gegenpartei ist. Die Handlungsweise des Gegenspielers, eine volle Karte zuzugeben und danach die Karten aufzuwerfen, ist nachvollziehbar und wurde vom Alleinspieler provozierend herbeigeführt. Aus diesem Grunde kann Mittelhand seine aufgeworfenen Karten wieder aufnehmen, die beiden Gegenspieler ihre auf den letzten Stich zugegebenen Karten zurücknehmen und evtl. durch andere Karten ersetzen. Da der Alleinspieler durch seine Aussage „Hau was rein, es ist euer letzter“ Verursacher der Situation ist, muss er billigend in Kauf nehmen, dass die Karten von Mittelhand dem Gegenspieler in Hinterhand bekannt geworden sind und Mittelhand darüber unterrichtet wurde, dass Hinterhand noch einen weiteren Stich macht. Das Spiel ist weiter durchzuführen und seinem Ausgang entsprechend zu werten. Anders wäre zu entscheiden, wenn der Alleinspieler mit der Aussage „Hau was rein, es ist euer letzter“ seine Karten aufgedeckt hätte und die Gegenspieler noch einen weiteren Stich erhalten. In diesem Fall wäre der Alleinspieler seiner sich selbst auferlegten Verpflichtung, nach diesem Stich alle weiteren Stiche zu erhalten, nicht nachgekommen und er hätte sein Spiel (wenn es zu diesem Zeitpunkt noch nicht zu seinen Gunsten entschieden war) verloren.

 Das Skat-Gericht: Fall Nr. 075

Vorhand spielt Kreuz mit drei Spitzen und besitzt insgesamt sechs Trümpfe. Zum ersten Stich zieht Vorhand Herz-Bube, anschließend Pik-Bube. Auf diese Buben fallen vier Trümpfe der Gegenspieler. Nun zieht der Alleinspieler Kreuz-Bube. Als Mittelhand noch überlegt, welche Karte sie zugeben soll, wirft Hinterhand ihren letzten Trumpf ab. Daraufhin verlangt der Alleinspieler sofortigen Spielgewinn, da Hinterhand vor Mittelhand eine Karte zugegeben hat.

 Urteil:

Der Alleinspieler hat sein angesagtes Spiel sofort gewonnen.

Nach ISkO 4.2.7 sind Spiel beeinflussendes Vorwerfen und herausforderndes (demonstratives) Vorziehen einer Karte nicht gestattet.

Alle Mitspieler haben sich jeglicher Äußerungen und Gesten zu enthalten, die geeignet sind, die Karten zu verraten oder den Spielverlauf zu beeinträchtigen (ISkO 4.2.9 ).

Im vorliegenden Fall hat Hinterhand, noch bevor Mittelhand eine Karte zugegeben hat, ihren letzten Trumpf dazu geworfen. Mittelhand, die sich in Abwurfzwang befindet, kann in diesem Moment klar erkennen, wie viele Trümpfe und Fehlkarten sich noch in der Hand des Alleinspielers befinden. Hinterhand hat, wenn vielleicht auch unbeabsichtigt, mit dieser Handlungsweise der Gegenpartei einen Vorteil verschafft. Der Reklamation des Alleinspielers ist nach ISkO 4.2.7 und 4.2.9 (Kartenverrat) statt zu geben, da eine ordnungsgemäße Spieldurchführung nicht mehr gewährleistet ist.

Solche Verstöße kommen häufig oft vor, werden jedoch selten gerügt, weil der Alleinspieler in Anbetracht eines sicher gewonnen Spiels ein solches Fehlverhalten großzügig übersieht. Im vorliegenden Fall (es mag sein, dass das Spiel des Alleinspielers am seidenen Faden hing) hat der Alleinspieler den Regelverstoß beanstandet und das Spiel deshalb sofort gewonnen.

 Das Skat-Gericht: Fall Nr. 076

Mittelhand spielt mit Pik- und Herz-Buben einen Grand. Den ersten Stich kann sie mit einem Ass übernehmen und spielt danach den Pik-Buben aus. Mittelhand übernimmt mit Kreuz-Buben, Hinterhand legt eine Sieben zu und bemerkt dann laut und deutlich: „Mist, ich habe mich verworfen“. Der Alleinspieler interpretiert diese Aussage dahingehend, dass Hinterhand den fehlenden Karo-Buben nicht gelegt und damit nicht bedient hat. Er erklärt deshalb das Spiel sofort und zu seinen Gunsten als beendet und legt gleichzeitig seine Karten auf den Tisch. Hinterhand erklärt nun, dass kein Regelverstoß von ihr vorliegt und sie ihre Äußerung nur deshalb gemacht habe, weil sie nicht geschmiert hat. Mittelhand will nun, dass der Alleinspieler alle Stiche machen muss, da er seine Karten aufgedeckt hat. Hinterhand will das Spiel weiter durchführen. Der Alleinspieler besteht auf Spielgewinn.

 Urteil:

Der Alleinspieler hat sein Spiel einfach (nicht Schneider oder Schwarz) sofort gewonnen.

Aus der Aussage von Hinterhand „Mist, ich habe mich verworfen“ geht klar hervor, dass ein Regelverstoß vorliegt und das Spiel zu Gunsten des Alleinspielers beendet ist. Wegen dieser – und nur wegen dieser – Aussage hat der Alleinspieler seine Handkarten aufgedeckt. Dem Alleinspieler ist es nicht mehr zuzumuten, das Spiel weiter durchzuführen, da ihm durch das Sichtbarwerden seiner Karten ein Nachteil entstanden und eine ordnungsgemäße Spieldurchführung nicht mehr möglich ist. Da die entstandene Situation durch einen Gegenspieler (Hinterhand) verursacht wurde, muss die Gegenpartie auch gemeinsam haften. Der Alleinspieler hat sein angesagtes Spiel einfach gewonnen.

Anders zu entscheiden wäre, wenn der Alleinspieler eine solche Aussage vornimmt und einer der Gegenspieler aufgrund dessen seine Karten aufgeworfen hätte. In diesem Fall hätte der Gegenspieler seine Karten wieder aufnehmen müssen und das Spiel wäre weiter durchgeführt und seinem Ausgang entsprechend gewertet worden. Die Situation wäre in diesem Fall durch den Alleinspieler verursacht worden, der deswegen auch den ihm entstandenen Nachteil billigend in Kauf nehmen muss.

 Das Skat-Gericht: Fall Nr. 077

Mittelhand reizt Vorhand. Bis zum Reizwert »33« werden alle Gebote gehalten. Auf das Reizgebot »36« von Mittelhand sagt Vorhand: „ja, nein spiel nur“. Nachdem Hinterhand gepasst hat, nimmt Mittelhand den Skat auf und sagt ein Kreuzspiel (ohne zwei) an. Der Kartengeber erhebt Einspruch mit der Bemerkung: „Entweder du machst das Spiel bei einem Reizwert von »40« oder Vorhand muss spielen“. Ohne darauf einzugehen, wird das Spiel durchgeführt und vom Alleinspieler einfach (ohne Schneider) gewonnen. Der Kartengeber ist nun der Meinung, dass der Alleinspieler verloren hat. Bei einem Reizwert von »40« hätte der Alleinspieler sein Spiel in der Stufe »Schneider« gewinnen müssen. Dieser behauptet aber, das Spiel bei »36« bekommen zu haben.

 Urteil:

Der Alleinspieler hat sein Kreuzspiel einfach (ohne zwei) gewonnen.

Nach ISkO 3.3.8 ist die Erklärung des Passens sowie das Bieten und Halten von Reizwerten unwiderruflich. Verstöße gegen die Skatordnung sind sofort zu beanstanden (ISkO 4.5.10 )

Vorhand hat das Reizgebot »36« von Mittelhand zunächst gehalten und ist danach sofort davon mit den Worten „nein, spiel nur“ zurück getreten. Zu diesem Zeitpunkt war der Reizvorgang noch nicht beendet und damit der Alleinspieler auch noch nicht ermittelt. Jetzt hätte von Hinterhand, Mittelhand oder dem Kartengeber der Hinweis an Vorhand kommen müssen, dass das Halten des Reizwertes unwiderruflich ist und er davon nicht zurücktreten darf (ISkO 3.3.8). Statt einer Reklamation von Hinterhand hat diese gepasst und Mittelhand damit sogar noch ermutigt, den Skat aufzunehmen. Die Skataufnahme war zu diesem Zeitpunkt absolut unberechtigt.

Als Mittelhand den Skat unberechtigt aufgenommen, in ihre Handkarten einsortiert und zwei Karten gedrückt hat, hätte vor der Spielansage noch immer die Möglichkeit einer Reklamation bestanden. Stattdessen haben es die Gegenspieler zugelassen, dass der Alleinspieler sein Kreuzspiel ansagt. Mit der Spielansage hat die Gegenpartei ihr Recht auf Reklamation verwirkt, da Verstöße gegen die ISkO sofort zu beanstanden sind (ISkO 4.5.10). Der Einspruch des Kartengebers erfolgte zu spät, da der Regelverstoß mit der Skataufnahme bereits klar ersichtlich war. Da das Spiel mit Zustimmung aller Beteiligten durchgeführt wurde, ist es seinem Ausgang entsprechend zu werten.
(SkGE 120/2005)

 Das Skat-Gericht: Fall Nr. 078

Der Listenführer auf Platz 1 wird in Vorhand Alleinspieler. Nachdem er den Skat aufgenommen und ordnungsgemäß gedrückt hat, trägt er in der Spielliste unter »Grundwerte« 24 ein. Danach nimmt er noch einmal die gedrückten Karten auf. Mittelhand reklamiert sofort und ist der Meinung, dass der Alleinspieler einen Grand verloren hat, weil er nach der Spielansage noch einmal in den Skat geschaut hat. Durch das Aufschreiben des Grundwertes von 24 in die Spielliste hätte der Alleinspieler automatisch einen „Grand“ angesagt.

 Urteil:

Der Alleinspieler war berechtigt, den abgelegten Skat einzusehen.

Nach ISkO 4.1.1 Satz 1 beginnt das Spiel mit der Spielansage. Die Eintragung in die Spielliste kann zwar als Absichtserklärung aufgefasst werden, ist aber keinesfalls als gültige Spielansage nach ISkO 3.4.1 zu werten. Da der Alleinspieler noch keine Spielansage vorgenommen hatte war er berechtigt, den abgelegten Skat nochmals einzusehen.

Bei einer anderen Entscheidung hätten (bei doppelter Listenführung) die Spieler auf Platz 2 und 4 einen Vorteil, weil sie eine solche Eintragung nicht vornehmen und den damit verbundenen „Regelverstoß“ durch nochmalige Skateinsicht nicht begehen können. Aus diesem Grunde ist eine ordnungsgemäße Spielansage erst dann erfolgt, wenn diese akustisch vorgenommen wurde. (SkGE 167/2005)

 Das Skat-Gericht: Fall Nr. 079

Nach Beendigung des Spiels zählt der Alleinspieler seine Augen und kommt auf 53. Er erklärt, dass er ein Karo ohne fünf verloren hat. Da kein Spieler der Gegenpartei erklärt, wie viel Augen die Gegenspieler erhalten haben, wird das Spiel als verloren aufgeschrieben. Nach neuer Kartenverteilung stellt sich heraus, dass eine Karte zuwenig im Spiel ist. Die fehlende Karte, Karo 10, wird unter dem Tisch gefunden. Jetzt beansprucht der Alleinspieler diese Karte für sich und behauptet, mit der 10 hätte er 63 Augen gehabt und will das vorherige Spiel als gewonnen gewertet haben. Ein Gegenspieler kann sich nicht erinnern, wem die Karo-10 gehörte. Der andere ist der Auffassung, die Gegenpartei hätte auch ohne die 10 über 60 Augen gehabt.

 Urteil:

Das Karo-Spiel ist als verloren zu werten.

Nachdem der Alleinspieler seine Augen gezählt und den Spielverlust mit 53 Augen angemeldet hat, ist die Gegenpartei nicht verpflichtet, ihre Augen zu zählen und die Aussage des Alleinspielers in Frage zu stellen.

Dass bei der Kartenverteilung zum Folgespiel die Karo-10 unter dem Tisch gefunden wurde, ist für den Ausgang des vorhergehenden Spiels zuerst einmal unerheblich. Mit dem Zusammenwerfen der Karten erlischt jeglicher Reklamationsanspruch beider Parteien. Da es nicht zweifelsfrei feststeht, ob die unter dem Tisch gelegene Karte dem Alleinspieler oder der Gegenpartei gehört hat, ist das Spiel als Verlustspiel für den Alleinspieler zu werten.

Anders wäre zu entscheiden, wenn die Gegenspieler übereinstimmend bestätigen, dass die unter dem Tisch gefundene Karo-10 zu den Stichen des Alleinspielers gehört und der Alleinspieler mit dieser Karte tatsächlich 63 Augen erreicht hätte. Wenn nur einer der Gegenspieler bestreitet, dass die Karo-10 dem Alleinspieler gehört oder dass der Alleinspieler (selbst mit der Karo-10) keine 61 Augen oder mehr eingebracht hat, muss das Spiel als verloren gewertet werden. (SkGE 172-2005)

 Das Skat-Gericht: Fall Nr. 080

Hinterhand wird Alleinspieler und sagt einen »Null Ouvert« an. Mit dem Auflegen ihrer zehn Handkarten erklärt sie gleichzeitig: „Wenn vier Kreuz auf einer Hand stehen, habe ich verloren“. Daraufhin zeigt Mittelhand dem Alleinspieler ihre Karten, in denen sich auch vier Kreuz befinden. Da Hinterhand gleichzeitig erkennt, dass Mittelhand neben den vier Kreuz nur niedrige Karten besitzt, hat sie Zweifel, ob Mittelhand überhaupt ans Spiel kommt und will nun ihren Null Ouvert durchführen. Vorhand ist allerdings der Meinung, dass der Alleinspieler verloren hat und weigert sich auszuspielen.

 Urteil:

Der Alleinspieler hat seinen Null Ouvert wegen Spielaufgabe verloren.

Mit der Spielansage »Null Ouvert« verpflichtet sich der Alleinspieler keinen Stich zu erhalten. Der Alleinspieler ist berechtigt, eine erlaubte Spielabkürzung (ISkO 4.3.4 ) vorzunehmen. Diese ist dann unabänderlich. Der Alleinspieler ist für seine Aussage: „Wenn vier Kreuz auf einer Hand stehen, habe ich verloren“ selbst verantwortlich und muss dementsprechend auch die daraus entstehenden Konsequenzen (Spielverlust) tragen. Dem Ansinnen, das Spiel trotz der Spielaufgabe weiter fortzuführen, kann nicht stattgegeben werden. Der Alleinspieler hat sein Spiel in dem Moment verloren, als Mittelhand ihre vier Kreuzkarten gezeigt hat.

Vor 1999 hat das Skatgericht solche Aussagen des Alleinspielers nicht als Spielaufgabe gewertet und das Spiel musste durchgeführt und entsprechend seines Ausgangs gewertet werden. Da solche Aussagen aber immer wieder zu Streitfällen führten, hat das Internationale Skatgericht 1999 beschlossen, die Aussage des Alleinspielers als Spielaufgabe zu werten. (SKGE 245-2005)

 Das Skat-Gericht: Fall Nr. 081

Der Alleinspieler spielt einen Grand mit dreien. Nach den ersten fünf Stichen hat die Gegenpartei 34 Augen. Der sechste Stich wird vom Alleinspieler gestochen. Er deckt seine restlichen vier Karten (Kreuz-Ass, -8 und Karo-Ass, -9) auf und erklärt gleichzeitig: „Ihr seid aus dem Schneider und ich gewinne mein Spiel“. Da der Alleinspieler noch keine 61 Augen erreicht hat und noch die Luschen in Kreuz und Karo abgeben muss, besteht einer der Gegenspieler auf Spielverlust für den Alleinspieler. Der andere Gegenspieler behauptet, der Alleinspieler müsse alle Stiche machen, wenn er seine Karten aufdeckt. Dieser ist allerdings der Meinung, dass die Gegenpartei nicht mehr gewinnen kann, da als volle Karten nur noch Kreuz- und Karo-10 im Spiel sind.

 Urteil:

Das Spiel ist weiter durchzuführen und seinem Ausgang entsprechend zu werten.

Durch das Auflegen oder Vorzeigen seiner Karten während eines Farb- oder Grandspiels ohne Abgabe einer zutreffenden Erklärung zeigt der Alleinspieler an, dass er alle weiteren Stiche macht. Trifft das nicht zu, ist das Spiel wegen eines Regelverstoßes beendet. (siehe ISkO 4.3.4).

Im vorliegenden Fall hat der Alleinspieler eine Erklärung abgegeben aus der zu entnehmen ist, dass er keinesfalls die Absicht hatte, alle Reststiche zu machen. Vielmehr wollte er sein Spiel nur gewinnen und den Gegenspielern mit seiner Spielabkürzung das Weiterspiel erleichtern. Er war der Auffassung, dass er mit seinen beiden Assen das Spiel in jedem Fall gewinnt. Wenn die Gegenpartei anderer Meinung ist, kann sie verlangen, dass das Spiel weiter durchgeführt wird. Das dabei die Karten des Alleinspielers sichtbar geworden sind und so ein evtl. Vorteil für die Gegenspieler gegeben ist, hat dieser selbst zu verantworten. Sollten die Gegenspieler mit den verbleibenden Stichen 60 Augen oder mehr erreichen, hat der Alleinspieler sein Spiel verloren. (SKGE 250-2005)

 Das Skat-Gericht: Fall Nr. 082

Vorhand hält die von Mittelhand gebotenen 48 und muss bei 50 passen. Ohne ein Reizgebot von Hinterhand abzuwarten, legt Mittelhand ihre Handkarten auf den Tisch und sagt einen „Null-Ouvert-Hand“ an. Jetzt erklärt Hinterhand, dass sie zwar kein höheres Reizgebot hätte, aber wenigstens nach einem Reizgebot gefragt werden wollte. Vorhand ist der Auffassung, dass Mittelhand durch die voreilige Spielansage und das Aufdecken ihrer Karten einen Regelverstoß begangen hat. Sie ruft einen Schiedsrichter und beansprucht, dass Mittelhand vom Reizen ausgeschlossen wird und sie und Hinterhand erneut reizen dürfen.

 Urteil:

Da Hinterhand kein höheres Reizgebot abgeben will, ist Mittelhand Alleinspieler geworden und kann ihren Null-Ouvert-Hand spielen.

Unstrittig war der Reizvorgang noch nicht beendet, als Mittelhand ihre Handkarten aufgelegt und die Spielansage getätigt hat. Durch ihr voreiliges Handeln hat sie aber keinen Regelverstoß begangen. Dieser wäre nur dann gegeben, wenn Mittelhand vor beendetem Reizen den Skat eingesehen hätte (ISkO 3.3.9 ). Eine Skateinsicht ist aber nicht erfolgt, da sie ein Handspiel angesagt hat.

Da Mittelhand zum Zeitpunkt der Spielansage noch nicht Alleinspieler war, hat sie lediglich erklärt, was sie zu spielen beabsichtigt und ihre Karten vorgezeigt. Daraus ist den Spielern in Vor- und Hinterhand aber kein Nachteil entstanden. Durch das Sichtbarwerden der Karten könnte Hinterhand evtl. einen Vorteil haben, weil sie jetzt fast die vollständige Kartenverteilung kennt. Hinterhand kann ein höheres Reizgebot abgeben oder passen. Wenn Hinterhand einen höheren Reizwert bietet, muss sie billigend in Kauf nehmen, dass Vorhand die Karten von Mittelhand kennt.

Da Hinterhand im vorliegenden Fall erklärt hat, dass sie kein höheres Spiel habe, ist Mittelhand Alleinspieler geworden und kann ihr angesagtes Spiel durchführen.

 Das Skat-Gericht: Fall Nr. 083

Vorhand wird Alleinspieler und nimmt den Skat auf. Sie drückt zunächst nur eine Karte. Nach einiger Überlegung zieht sie aus ihren Handkarten eine zweite Karte hervor. Während sie diese Karte noch betrachtet, tauft sie ihr Spiel. Ein Gegenspieler verlangt nun Spielverlust für den Alleinspieler, weil dieser bei der Spielansage eine Karte seines Skats noch angesehen hat. Der andere Gegenspieler verlangt ebenfalls Spielverlust mit der Begründung, der Alleinspieler habe sein Spiel mit 11 Karten angesagt. Der Alleinspieler ist der Auffassung, dass die Gegenspieler nur ein fadenscheiniges Recht suchen.

 Urteil:

Der Alleinspieler kann sein Spiel durchführen, dass seinem Ausgang entsprechend gewertet wird.

Nach ISkO 3.4.8 Satz 1 darf nach einer gültigen Spielansage der Skat nicht verändert und der abgelegte Skat nicht mehr angesehen werden. Im vorliegenden Fall hatte der Alleinspieler eine Karte gedrückt und die zweite, die er zum Drücken vorgesehen hatte, noch angesehen. Ein Regelverstoß liegt nicht vor, da er den Skat nicht verändert hat und die bereits abgelegte Karte nach der Spielansage nicht mehr angesehen hat. Die aus den Handkarten gezogene zweite Karte durfte er so lange ansehen, bis er sie abgelegt hat. Nur bereits bei der Spielansage abgelegte Skatkarten dürfen nicht mehr angesehen werden.

Nach ISkO 3.4.6 Satz 1 bedeutet eine Spielansage mit mehr oder weniger als zehn Handkarten, sofern ordnungsgemäß gegeben wurde, Spielverlust in der Stufe einfach. Der Alleinspieler hatte eine Karte gedrückt und die zweite Karte von den übrigen Handkarten getrennt. Wenn er diese Karte anschließend auch drückt, so ist diese Handlungsweise gestattet, auch wenn sie zum Zeitpunkt der Spielansage noch nicht auf dem Tisch liegt.

Anders wäre zu entscheiden gewesen, wenn die zweite Karte bei der Spielansage noch nicht erkennbar von den übrigen Handkarten getrennt gewesen wäre. In diesem Fall hätte der Alleinspieler sein Spiel verloren.

 Das Skat-Gericht: Fall Nr. 084

Vorhand wird mit gehaltenen 59 der Alleinspieler. Sie lässt den Skat unbesehen liegen, tauft ihr Spiel „Grand“ und spielt den Pik-Buben aus. Als Mittelhand den Kreuz-Buben legt, sagt Hinterhand: „Jetzt muss du uns »Schneider« spielen!“ Der Alleinspieler verlangt nun sofortigen Spielgewinn wegen Kartenverrat. Hinterhand ist jedoch der Auffassung, dass sie die Karten nicht verraten hat, da jedem Spieler am Tisch klar sein musste, dass der Alleinspieler bei einem Reizwert von 59 und ohne eine Spitze seinen Grand »Schneider« spielen muss, da er sein Handspiel nicht angesagt hat.

 Urteil:

Der Alleinspieler hat seinen Grand mit der Gewinnstufe »Schneider« gewonnen.

Nach ISkO 4.2.9 haben sich alle Mitspieler jeglicher Äußerungen und Gesten zu enthalten, die geeignet sind, die Karten zu verraten oder den Spielverlauf zu beeinträchtigen.

Ist der Alleinspieler gezwungen, eine höhere Gewinnstufe zu erreichen, muss ihm bei unberechtigtem Ausspielen oder einem anderen Regelverstoß der Gegenspieler die fällige Gewinnstufe ausnahmsweise zuerkannt werden.

Die Aussage von Hinterhand bedeutet einen Verstoß gegen ISkO 4.2.9 , da sie mit ihrer Bemerkung eine Aussage zum Spielverlauf getroffen hat. Sie hat den Mitspieler darauf aufmerksam gemacht, dass der Alleinspieler auf Grund der Reizhöhe, der vorhandenen oder fehlenden Spitzen und des nicht angesagten Handspiels »Schneider« spielen muss. Ob dieser Sachverhalt dem Mitspieler auch ohne die Bemerkung: „Jetzt muss du uns Schneider spielen“ bekannt war, ist unerheblich.

Da der Alleinspieler sein Spiel nur in der Stufe »Schneider« gewinnen kann, ist ihm diese wegen des Regelverstoßes von Hinterhand ausnahmsweise zuzuerkennen.

 Das Skat-Gericht: Fall Nr. 085

Hinterhand reizt Vorhand bis 59 und passt dann. Da Vorhand ein Kreuzspiel mit Dreien hat, schiebt sie den Skat unbesehen mit der Bemerkung zur Seite: „Ja, dann muss ich einen Kreuz spielen ohne reinzugucken.“ Da die Gegenspieler aus dem Schneider kommen, verlangen sie nun Spielverlust für den Alleinspieler, da dieser sich überreizt hat, weil er nicht »Hand« angesagt hat.

 Urteil:

Der Alleinspieler hat sein Kreuzspiel mit der Berechnungsstufe »Hand« gewonnen.

Nach ISkO 3.4.1 ist der Alleinspieler in jedem Fall zu einer gültigen Spielansage verpflichtet. Sie muss vollständig sein, d.h. auch ein Hand- oder Ouvertspiel muss angesagt werden, wenn es als Berechnungsstufe gewertet werden soll.

Mit der Spielansage „Ja, dann muss ich einen Kreuz spielen ohne reinzugucken“ hat der Alleinspieler akustisch zum Ausdruck gebracht, dass er den Skat nicht einsieht und demzufolge ein „Handspiel“ durchführt. Um solche Missverständnisse in Zukunft auszuschließen, sollte der Alleinspieler ermahnt werden, seine Spielansage so vorzunehmen, wie es in ISkO 3.4.1 vorgeschrieben ist.

Im vorliegenden Fall suchen die Gegenspieler nur einen fadenscheinigen Grund, das Gewinnspiel des Alleinspielers in ein Verlustspiel umzuwandeln. (SkGE 318-2005)

 Das Skat-Gericht: Fall Nr. 086

Der Kartengeber hat am Vierertisch die Karten ordnungsgemäß verteilt. Die Spieler haben ihre Karten zwar aufgenommen, aber noch nicht mit dem Reizvorgang begonnen. Der Kartengeber schiebt den vor ihm liegenden Skat in die Mitte. Dabei ist er so ungeschickt, dass eine Karte aufgeworfen wird und für alle Mitspieler sichtbar ist. Mittelhand verlangt nun, dass der Kartengeber neu geben muss, da durch seine Schuld eine Karte sichtbar wurde.

 Urteil:

Da die Kartenverteilung ordnungsgemäß erfolgte, muss ein gültiges Spiel zustande kommen.

Wird beim Geben durch den Kartengeber allein oder mitverschuldet eine oder mehrere Karte(n) aufgeworfen, muss neu gegeben werden (ISkO 3.2.8 ).

Nach ordnungsgemäßer Kartenverteilung hat der Kartengeber seine Aufgabe erfüllt und ist wie alle anderen am Tisch Mitspieler. Wird jetzt erst von ihm eine Karte aufgeworfen, so müssen die Spieler billigend das Sichtbarwerden in Kauf nehmen.

Wird der Skat von einem Spieler vor beendetem Reizen aufgeworfen oder angesehen, ist dieser vom Reizen auszuschließen. Die beiden anderen Spieler können erneut Reizen oder einpassen (siehe auch ISkO 3.3.9 ). Da der Kartenverteiler nicht am Reizvorgang teilnimmt, kann er auch nicht vom Reizen ausgeschlossen werden.

Nach ISkO 3.2.16 muss nach ordnungsgemäßem Geben ein gültiges Spiel zustande kommen. Auch ein eingepasstes Spiel ist ein gültiges Spiel.

Die Spieler haben die Möglichkeit zu reizen oder das Spiel einzupassen. Wenn gereizt wird, muss der Alleinspieler in Kauf nehmen, dass die Gegenspieler eine Karte des Skats kennen. Das Spiel ist durchzuführen und seinem Ausgang entsprechend zu werten.

Anders wäre zu entscheiden, wenn die Karte des Skats noch während der Kartenverteilung aufgeworfen wird. In diesem Fall müsste der gleiche Kartengeber die Karten noch einmal verteilen. (SkGE 158-2004) 

 Das Skat-Gericht: Fall Nr. 087

Der Alleinspieler spielt nach gereizten 22 ein Pikspiel und befindet sich nach dem 8. Stich in Hinterhand. Er hat zu diesem Zeitpunkt bereits 73 Augen; die Gegenspieler kommen auf 17 Augen. Vorhand führt noch Kreuz König und Dame, Mittelhand Pik Ass und 10, der Alleinspieler Pik 8 und Herz Bube. Mittelhand legt nun ihre beiden Trumpfkarten offen auf den Tisch und verlangt die restlichen Stiche. Dabei hat sie offensichtlich den Herz Buben des Alleinspielers vergessen. Dieser verlangt nun seinerseits die Reststiche und will sein Spiel mit der Gewinnstufe Schneider berechnet haben. Vorhand ist allerdings der Meinung, dass »Schneider« erspielt werden muss und fordert die Fortsetzung des Spiels.

 Urteil:

Der Alleinspieler hat sein Spiel einfach (nicht Schneider) gewonnen. Er kann aber verlangen, dass das Spiel zu Ende gespielt und seinem Ausgang entsprechend gewertet wird.

Nach ISkO 4.3.5 darf ein Gegenspieler bei einem Farb- oder Grandspiel nur dann offen spielen, wenn er unabhängig von Kartenstand und Spielführung alle weiteren Stiche macht. Andernfalls gehören sie dem Alleinspieler. Die Bestimmungen 4.1.3 bis 4.1.6 gelten entsprechend. Hat jemand vor der Spielentscheidung unberechtigt ausgespielt oder einen anderen Regelverstoß begangen, ist das Spiel für die schuldige Partei in der Stufe einfach (nicht Schneider oder Schwarz) verloren (ISkO 4.1.4 ). Ist der Alleinspieler gezwungen ist, eine höhere Gewinnstufe zu erreichen, muss ihm diese bei einem Regelverstoß der Gegenpartei ausnahmsweise zuerkannt werden, sofern diese noch nicht von den Gegenspielern erreicht wurde (ISkO 4.1.5 ). Die schuldige Partei ist nach ISkO 4.1.6 zum Weiterspiel verpflichtet, wenn es die andere Partei verlangt. Dann zählt der Regelverstoß als nicht begangen. Mittelhand hat mit dem Aufdecken seiner Karten eine nach ISkO 4.3.5 gültige Spielabkürzung vorgenommen. Sie hat sich damit aber auch verpflichtet, die beiden Reststiche zu machen. Da der Alleinspieler noch den Herz Buben führt, kann sie diese Voraussetzung nicht erfüllen. Sie hat somit einen Regelverstoß begangen und das Spiel ist zu Gunsten des Alleinspielers beendet. Dieser gewinnt sein Spiel nach ISkO 4.1.4 in der Stufe einfach. Da er bei einem Reizwert von 22 nicht gezwungen ist eine höhere Gewinnstufe zu erreichen, kann ihm diese nach ISkO 4.1.5 nicht zuerkannt werden. Will er die Gegenspieler »Schneider« spielen, kann er nach ISkO 4.1.6 Weiterspiel verlangen. Spielt Vorhand die Dame aus und Mittelhand legt das Ass dazu, ist »Schneider« ebenso ausgeschlossen wie im Falle, dass Vorhand den König ausspielt und Mittelhand die 10 dazu legt. Nur wenn der Alleinspieler den König und das Ass mit seinem Buben bekommt, kann er die Gegenspieler im »Schneider« halten. (SkGE 198-2006)

 Das Skat-Gericht: Fall Nr. 088

Der Alleinspieler in Hinterhand sagt mit einem "fast" sauberen Blatt einen »Null Ouvert« an. Lediglich mit der blanken Herz 8 kann er ans Spiel gebracht werden. Unter anderem hat er Herz Bube gedrückt. Als er seine Karten offen auf den Tisch gelegt hat, zeigt Vorhand alle ihre Karten, in denen sich sechs Herzkarten befinden, mit der Bemerkung: "Wenn du Herz Bube gedrückt hast, ist das Spiel für dich verloren". Nun zeigt Mittelhand ebenfalls ihre Karten, da sie kein Blatt in Herz führt. Der Alleinspieler reklamiert Kartenverrat von Vor- und Mittelhand und will sein Spiel gewonnen haben; zumal Vorhand nicht wissen konnte, dass er Herz Bube gedrückt hatte.

 Urteil:

Der Alleinspieler hat sein Spiel verloren.

Vorhand hat eine zulässige Spielabkürzung mit einer zutreffenden Erklärung vorgenommen. Da Hinterhand Herz Bube gedrückt hat, ist das Spiel verloren, wenn Vorhand Herz 7 ausspielt. Mit dem Auflegen ihrer Karten und der zutreffenden Bemerkung zeigt Vorhand eindeutig an, dass sie mit dem Ausspiel der Herz 7 den Alleinspieler ans Spiel bringen wird. Dabei ist es völlig unerheblich, welche Karte Mittelhand dazu gibt. Durch das Aufdecken der Karten kann weder Vor- noch Mittelhand den Spielverlauf beeinträchtigen. Ein Vorteil für die Gegenpartei, die als Kartenverrat gewertet werden könnte, ist somit nicht gegeben. Vorhand will nur das Spiel abkürzen und Mittelhand will bestätigen, dass sie kein Blatt Herz hat.

Anders wäre zu entscheiden, wenn Mittelhand den Herz Buben führt. In diesem Fall hat Vorhand sowohl gegen ISkO 4.1.9 als auch ISkO 4.2.9 verstoßen und Kartenverrat begangen. In diesem Fall hätte der Alleinspieler sein Spiel selbst dann gewonnen, wenn Mittelhand beim Ausspiel einer anderen Farbe den blanken Herz Buben abwerfen könnte.

 Das Skat-Gericht: Fall Nr. 089

Der Alleinspieler spielt einen Grand. Die Gegenspieler erhalten mehrere Stiche. Da auch im fünften Stich ein Ass des Alleinspielers gestochen wird und der andere Gegenspieler eine 10 schmieren kann, legt der Alleinspieler seine restlichen fünf Karten mit der Bemerkung »dann habe ich eben verloren« offen auf den Tisch. Jetzt wird festgestellt, dass der Alleinspieler alle restlichen Stiche gemacht und damit das Spiel mit 61 Augen gewonnen hätte. Der Alleinspieler erklärt nun, dass er sein Spiel nur abkürzen wollte und seinen Grand gewonnen hätte, da die Gegenpartei keinen Stich mehr machen konnte. Die Gegenspieler verlangen Spielverlust für den Alleinspieler, da er sein Spiel aufgegeben habe.

 Urteil:

Der Alleinspieler hat sein Spiel aufgegeben und verloren.

Offenes Hinwerfen der Karten beendet das Spiel für die betreffende Partei mit den von ihr bis dahin eingebrachten Augen (ISkO 4.3.6 ). Der Alleinspieler hat mit dem Aufdecken seiner Karten und der gleichzeitigen Äußerung »dann habe ich eben verloren« eine klare und eindeutige Spielaufgabe im Sinne der ISkO getroffen. Wenn sich nun nach dem Sichtbarwerden aller Restkarten herausstellt, dass der Alleinspieler alle Reststiche bekommen hätte, hat das auf den Spielausgang keinen Einfluss mehr. Der Alleinspieler ist für seine Handlungsweise selbst verantwortlich und muss auch die daraus entstehenden Konsequenzen (Spielverlust) tragen.

 Das Skat-Gericht: Fall Nr. 090

Vorhand wird bei gehaltenen 24 der Alleinspieler. Sie nimmt den Skat auf, drückt zwei Karten und sagt ein Nullspiel an. Die Gegenspieler verlangen sofort Spielverlust, weil sich der Alleinspieler überreizt hat und wollen ihm 92 Punkte (für einen verlorenen Null ouvert) abschreiben. Der Alleinspieler ist der Meinung, dass er entweder einen Null ouvert spielen kann oder im Verlustfalle höchstens 48 Punkte – entsprechend der letzten Reizhöhe - abgeschrieben werden dürfen.

 Urteil:

Der Alleinspieler hat ein Farb- oder Grandspiel unter Berücksichtigung der letzten Reizhöhe und der Anzahl der vorhandenen oder fehlenden Spitzen verloren.

Nach ISkO 3.4.4 ist eine Spielansage ungültig, wenn sie in einem für alle Mitspieler erkennbaren Widerspruch zu grundlegenden Spielbedingungen steht. Darunter fallen die Ansage eines Handspiels, von offenen Farbspielen, Grand ouvert und Gewinnstufen jeweils nach Skataufnahme. Umdrücken des Skats und Umbenennen eines Spiels sind nicht statthaft. Die Ansage eines nicht mehr durchführbaren Nullspiels endet mit dem Verlust eines Farb- oder Grandspiels unter Berücksichtigung der letzten Reizhöhe und der Anzahl der vorhandenen oder fehlenden Spitzen.

Jedem Nullspiel liegt ein beständiger Spielwert zu Grunde (ISkO 5.1.2 ). Bei einer Reizhöhe von 24 ist die Ansage »Null« zwar eine gültige Spielansage, die nicht im Widerspruch zu ISkO 3.4.4 steht, aber nicht mehr durchführbar. Da im vorliegenden Fall die Ansage »Ouvert« nicht getätigt wurde, kann sie auch nicht als Berechnungsstufe (ISkO 3.4.1 ) gewertet werden. Der Alleinspieler hat ein nicht mehr durchführbares Nullspiel angesagt und damit sein Spiel (ISkO 3.3.4 letzter Satz) verloren.

Mit oder ohne eine Spitze kann er im günstigsten Fall ein Kreuzspiel ansagen und aufgeben; dann werden 48 Punkte abgezogen. Wenn er aber mit oder ohne zwei Spitzen spielt, wirkt sie die Ansage eines Karospiels für ihn am günstigsten (- 54 Punkte) aus.

AKTUELL
 


+++ 12.09.2017: Spieltag: 38, Spieler:16 , Mitglieder:15 , Gastspieler: 1 , Tische: 4, Tagestop: 1650 Pkt., Tagesflop: 337 Pkt. +++ Letzter.Ligaspieltag: 1.Mannschaft (Verbandsliga) 5:1, 2.Mannschaft (Bezirksliga) 5:1 +++ marquee>

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