SC Grand-Ouvert 75 Hamburg
   
 
  Skat Gericht -2-

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=> Skat Gericht -2-


 

 Das Skat-Gericht: Fall Nr. 031

Der Alleinspieler in Hinterhand hat nach Skataufnahme folgendes Blatt: Kreuz-, Pik- und Herz-Bube, Kreuz-Ass, -10, Herz-Ass, -10, -König, -Dame, -Neun, -Sieben und Karo-Ass. Er drückt Karo-Ass und Kreuz-10 und sagt »Grand« an. Nachdem Vorhand Pik-Ass ausgespielt hat, deckt der Alleinspieler den Skat mit der Bemerkung auf: „Ich zeige Euch sogar, was ich gedrückt habe“. Daraufhin verlangen die Gegenspieler Spielverlust für den Alleinspieler, da er nach der Spielansage den Skat angesehen hat. Der Alleinspieler ist jedoch der Meinung, dass die Gegenpartei nur ein fadenscheiniges Recht sucht.

 Urteil:

Der Alleinspieler hat seinen Grand mit den Gewinnstufen »Schneider und Schwarz« gewonnen.

Nach ISkO 3.4.8 darf der abgelegte Skat nach einer gültigen Spielansage weder angesehen noch verändert werden. Zuwiderhandlungen führen zum Spielverlust in der Stufe einfach (nicht Schneider oder Schwarz).

Durch das Auflegen oder Vorzeigen seiner Karten während eines Farb- oder Grandspiels ohne Abgabe einer zutreffenden Erklärung zeigt der Alleinspieler an, dass er alle weiteren Stiche macht (ISkO 4.3.4). Nachdem von Vorhand Pik-Ass ausgespielt wurde, war für den Alleinspieler offensichtlich, dass die Gegenpartei, unabhängig davon, welche Karte von Mittelhand zugegeben wird, keinen Stich erhalten kann. Das jetzige Aufnehmen des Skats, mit der gleichzeitigen Bemerkung „Ich zeige Euch sogar was ich gedrückt habe“, sagt klar aus, dass der Alleinspieler eine Spielabkürzung vornehmen will. Er verpflichtet sich damit, alle weiteren Stiche zu machen.

Mit dieser Handlungsweise verschafft sich der Alleinspieler keinen Vorteil. Das Aufdecken des Skats ist in diesem Ausnahmefall gleichzusetzen mit dem Vorzeigen der Karten ohne Abgabe einer zutreffenden Erklärung und damit als Spielabkürzung im Sinne von ISkO 4.3.4 zu bewerten. Da der Alleinspieler alle Stiche macht, gewinnt er seinen Grand in den Gewinnstufen »Schneider und Schwarz«. Sein Verhalten ist aber voreilig und überheblich; er ist zu verwarnen.

 Das Skat-Gericht: Fall Nr. 032

Der Alleinspieler in Vorderhand zieht den 3. Stich ein und spielt gleichzeitig zum 4. Stich aus. Mittelhand bedient sofort. Jetzt verlangt Hinterhand, dass er den 3. Stich nochmals sehen will, obwohl bereits wieder aufgespielt und vom Gegenspieler in Mittelhand bedient wurde. Er begründet sein Ansinnen damit, dass er nicht gesehen hat, welche Karte der Alleinspieler zum 3. Stich zugelegt hat und ob dieser Stich tatsächlich dem Alleinspieler war. Der Alleinspieler will den Stich nicht mehr zeigen, da bereits 2 Karten des 4. Stiches auf dem Tisch liegen.

 Urteil:

Der 3. Stich muss auf Verlangen von Hinterhand aufgedeckt werden.

Nach ISkO 4.4.3 sind die Stiche so zu vereinnahmen, dass jeder Mitspieler auch die zuletzt zugegebene Karte deutlich erkennen kann. Andernfalls muss der letzte Stich auf Verlangen eines der beiden anderen Spieler auch dann noch einmal gezeigt werden, wenn bereits wieder ausgespielt worden ist.

Im vorliegenden Fall ist davon auszugehen, dass der Gegenspieler in Hinterhand den 3. Stich durch die schnelle Spielweise des Alleinspielers nicht gesehen hat. Er hat somit das Recht, den letzten Stich nach der oben genannten Bestimmung auch nach dem Ausspielen nochmals anzusehen. Dieses Recht kann ihm auch nicht genommen werden, wenn der Gegenspieler in Mittelhand schon bedient hat.

 Das Skat-Gericht: Fall Nr. 033

Bevor Mittelhand ein Reizgebot abgeben oder passen kann, sagt Vorhand »Grand Hand« an. Hinterhand ist damit nicht einverstanden und besteht auf ordnungsgemäßem Reizen. Sie hat ebenfalls ein hohes Spiel und will durch das Reizen möglicherweise Anhaltspunkte über die Kartenverteilung bekommen und danach entscheiden, ob sie ihr Spiel reizt. Sollte sie das Spiel nicht mehr reizen wollen, will sie zumindest wissen, wie hoch Mittelhand gereizt hätte. Der Alleinspieler ist der Auffassung, da sein Reizwert mindestens 72 beträgt, dass Mittelhand mit einem höheren Reizwert beginnen müsste.

 Urteil:

Mittelhand kann den Reizvorgang mit »18« eröffnen. Vorhand muss mindestens »72« halten. Wird Vorhand Alleinspieler, muss sie den bereits angesagten »Grand Hand« spielen.

Ein Grand Hand hat mindestens einen Reizwert von 72. Erfahrungsgemäß kommt es nur selten vor, dass zwei Spieler bis zu diesem Wert reizen. Deshalb ist es nachvollziehbar, wenn Vorhand das Reizen abkürzen will und das Spiel ansagt, bevor Mittelhand gereizt oder gepasst hat. Diese voreilige Spielansage ist zwar nicht verboten, Mittelhand und Hinterhand können aber darauf bestehen, dass in der gewohnten und den Regeln entsprechenden Weise gereizt wird. Zunächst muss also Mittelhand Vorhand reizen. Dann reizt Hinterhand weiter oder passt. Durch die voreilige Spielansage muss Vorhand damit rechnen, dass sich Mittelhand und Hinterhand durch entsprechende Reizgebote ihre langen Farben signalisieren können. Erst, wenn Mittelhand oder Hinterhand ein höheres Reizgebot als »72« abgeben, kann Vorhand passen.

 Das Skat-Gericht: Fall Nr. 034

Vorderhand wird bei gereizten „18“ Alleinspieler. Ohne den Skat aufzunehmen, legt er seine 10 Handkarten offen auf den Tisch. Obwohl er kein Spiel ansagt, werfen die Gegenspieler ihre Karten zusammen und erklären: „Bei dem Null gibt es für uns nichts zu gewinnen“. Vorderhand notiert sich nun sein Spiel als Null ouvert Hand mit 59 Punkten. Damit ist die Gegenpartei nicht einverstanden, da weder ein Null ouvert noch ein Handspiel angesagt wurden. Sie wollen dem Alleinspieler lediglich 23 Punkte für ein Nullspiel zugestehen.

 Urteil:

Der Alleinspieler hat sein Spiel als Null ouvert Hand gewonnen.

Nach ISkO 3.4.1 ist der Alleinspieler zu einer gültigen Spielansage verpflichtet. Sie muss vollständig sein, d.h. auch ein Handspiel oder Ouvertspiel muss angesagt werden, wenn es als Berechnungsstufe gewertet werden soll.

Der Alleinspieler hat im vorliegenden Fall „ohne Skataufnahme und ohne Spielansage“ seine 10 Handkarten aufgelegt. Da keine gültige Spielansage vorgenommen wurde, hätten die Gegenspieler ihn zur Abgabe einer gültigen Spielansage auffordern müssen. Dann wäre die Berechnung ohne Zweifel entsprechend der Spielansage erfolgt. Die Gegenspieler haben versäumt, den Alleinspieler zu einer gültigen Spielansage aufzufordern. Vielmehr haben sie nach eigener Aussage klar und deutlich erkannt, dass der Alleinspieler ein Spiel aus der Gattung der Null-Spiele durchführen will. Da ihnen ebenso bewusst war, dass der Alleinspieler die Karten offen aufgelegt und den Skat unbesehen liegen gelassen hat, wissen Sie, dass es sich um ein offenes Hand-Spiel handelt.

Da keine Reklamation wegen der fehlenden Spielansage erfolgt ist, müssen die Gegenspieler nach der Spielaufgabe auch die Bedingungen des Alleinspielers (Null ouvert Hand) akzeptieren. Unabhängig davon ist der Alleinspieler darauf aufmerksam zu machen, dass er nach ISkO 3.4.1 verpflichtet ist, eine gültige Spielansage vorzunehmen.

 Das Skat-Gericht: Fall Nr. 035

Die Karten sind ordnungsgemäß verteilt worden. Hinterhand bietet den höchsten Reizwert und bekommt das Spiel. Sie sucht jedoch vergeblich den Skat. Es wird festgestellt, dass Vorhand versehentlich den Skat aufgenommen und ihren Karten zugeordnet hat. Es kann nicht mehr festgestellt werden, welche Karten im Skat lagen. Hinterhand will nun sofort ein Spiel entsprechend ihres Reizwertes und der Anzahl der vorhandenen oder fehlenden Spitzen gutgeschrieben bekommen. Zur Begründung führt sie an, dass der Skat nur dem Alleinspieler zusteht und es ihr nicht mehr zugemutet werden kann ein Spiel durchzuführen, da Vorhand den Skat eingesehen hat. Mittelhand ist der Meinung, dass Hinterhand von ihrem Reizgebot zurücktreten kann. In diesem Fall möchte sie selbst ein Spiel durchführen, auch wenn Vorhand den Skat eingesehen hat. Vorhand möchte, dass neu gegeben wird.

 Urteil:

Hinterhand ist Alleinspieler geworden und muss entscheiden, ob sie spielen oder einpassen will.

Der Regelverstoß (Skataufnahme durch Vorhand) wurde vor Beendigung des Reizens begangen, aber erst nach Beendigung des Reizens festgestellt. Nach ISkO 3.3.10 muss der Alleinspieler vor Skataufnahme entscheiden, ob er spielen oder einpassen will.    Will er ein Spiel durchführen, obwohl der Skat von Vorhand vor Beendigung des Reizens aufgenommen wurde, hat der Kartengeber aus den 12 Karten, die von Vorhand zu mischen sind, zwei Karten als Skat verdeckt zu ziehen.

Hinterhand ist in jedem Fall Alleinspieler geworden. Keinesfalls kann Mittelhand Alleinspieler werden; auch dann nicht, wenn Hinterhand auf Grund der Skateinsicht durch Vorhand, ihr Spiel nicht mehr durchführen will. In diesem Fall wird das Spiel eingepasst.

Nach ordnungsgemäßem Geben muss nach ISkO 3.2.16 ein gültiges Spiel zu Stande kommen. Auch ein eingepasstes Spiel ist ein gültiges Spiel.

Dem Verlangen von Vorhand, das Spiel neu zu geben, darf keinesfalls entsprochen werden. Nach ISkO 3.3.7 darf ein Mitspieler nach korrekter Kartenverteilung niemals zweimal hintereinander geben.

Der Alleinspieler hat sein Spiel als Null ouvert Hand gewonnen.

 Das Skat-Gericht: Fall Nr. 036

Nach dem 7. Stich hat der Alleinspieler 56, die Gegenpartei 27 Augen. Jetzt wirft einer der Gegenspieler die Karten mit der Bemerkung »Wir können nicht mehr gewinnen« offen auf den Tisch. Der andere Gegenspieler kann aber beweisen, dass er unabhängig vom Kartenstand alle weiteren Stiche macht und der Alleinspieler somit das Spiel verloren hätte. Er verlangt daher, dem Alleinspieler das Spiel als verloren abzuschreiben. Dieser möchte seinerseits das Spiel mit der Gewinnstufe »Schneider« gutgeschrieben haben.

 Urteil:

Der Alleinspieler hat sein Spiel mit der Gewinnstufe »Schneider« gewonnen.

Nach ISkO 4.3.6 beendet offenes Hinwerfen der Karten das Spiel für die betreffende Partei mit den von ihr bis dahin eingebrachten Augen. Nach ISkO 3.5.2 ist jeder einzelne der Gegenpartei gleichermaßen am Erfolg wie Misserfolg der Gegenspieler beteiligt. Es haften demnach auch alle gemeinsam für die Folge von Regelverstößen im Gegenspiel oder bei Spielaufgabe.

Ein Gegenspieler hat im vorliegenden Fall das Spiel aufgegeben. Durch das offene Hinwerfen der Karten endet es mit den bis dahin von seiner Partei eingebrachten Augen und Stichen. Da die Gegenspieler zum Zeitpunkt der Spielaufgabe erst 27 Augen haben, hat der Alleinspieler das Spiel in der Gewinnstufe »Schneider« gewonnen. Es ist dabei unerheblich, ob der andere Gegenspieler alle Reststiche gemacht hätte. Er haftet für die Spielaufgabe seines Mitspielers.

 Das Skat-Gericht: Fall Nr. 037

Der Alleinspieler in Mittelhand spielt mit folgenden Karten einen Grand: Kreuz-, Pik und Karo-Bube, Herz 10, -König, -Dame, Karo Ass, -10, -8 und -7. Den von Vorhand ausgespielten Pik Ass sticht er mit Pik Buben ein, Hinterhand bedient Pik 9. Der Alleinspieler spielt zum 2. Stich Kreuz-Bube aus, Mittelhand bedient mit Herz-Bube und Hinterhand gibt Karo 9 dazu. Damit steht fest, dass der Alleinspieler nur einen Stich abgibt. Er spielt daher Herz 10 aus und zeigt seine restlichen Karten mit der Bemerkung: „So das war’s“. Mittelhand bedient daraufhin mit der Herz 9 – obwohl sie Herz Ass führt – und Hinterhand legt Herz 7 dazu. Gleichzeitig ist Mittelhand der Auffassung, dass der Alleinspieler verloren hat, weil er nach dem Vorzeigen seiner Karten jetzt noch einen Stich abgibt. Der Alleinspieler verlangt Spielgewinn in der Stufe »Schneider«.

 Urteil:

Der Alleinspieler hat sein Spiel mit der Gewinnstufe »Schneider« gewonnen.

Nach ISkO 4.3.4 zeigt der Alleinspieler durch das Auflegen oder Vorzeigen seiner Karte ohne Abgabe einer Erklärung an, dass er alle weiteren Stiche macht. Trifft das nicht zu, gehören alle Reststiche der Gegenpartei.

Die Äußerung des Alleinspielers „So das war’s“ ist vielleicht nicht klar und eindeutig, aber trotzdem als einschränkende Erklärung anzusehen. Er hat damit festgestellt, dass die Gegenspieler nur einen Stich bekommen können und die für ihn ungünstigste Karte und für die Gegenspieler günstigste Karte ausgespielt. Es ist jetzt völlig unerheblich, ob die Gegenpartei diesen Stich sofort oder erst im weiteren Spielverlauf übernimmt.

Anders wäre zu entscheiden, wenn der Alleinspieler keine einschränkende Erklärung abgegeben hätte. Im vorliegenden Fall sucht der Gegenspieler in Mittelhand nur ein fadenscheiniges Recht und verstößt damit gegen ISkO 4.5.2, wonach sich alle Teilnehme fair, sachlich und sportlich zu verhalten haben.

 Das Skat-Gericht: Fall Nr. 038

Der Alleinspieler in Hinterhand tauft sein Spiel »Null ouvert Hand« und legt gleichzeitig seine Karten offen auf den Tisch. Da er Pik 7, -8, -9 und -Ass hat ist sein Spiel zu verlieren, wenn einer der Gegenspieler die restlichen Pik führt. Der Kartengeber fragt den Alleinspieler, ob er den vor ihm liegenden Skat einsehen darf. Nachdem der Alleinspieler seine Zustimmung gegeben hat, schaut der Kartengeber in den Skat. Ein Gegenspieler reklamiert und behauptet, dass der Alleinspieler sein Spiel wegen Skateinsicht bei einem Handspiel verloren hätte. Dabei sei es unerheblich, ob er selbst den Skat eingesehen oder die Einsichtnahme dem Kartengeber gestattet hat.

 Urteil:

Der Alleinspieler hat sein Spiel durch die Einsichtnahme des Kartengebers in den Skat nicht verloren.

Der Skat steht in allen Fällen dem Alleinspieler zu (ISkO 2.2.1). Bei den Handspielen bleibt der Skat unbesehen liegen. Es stehen für die Spielansage nur die zehn Handkarten zur Verfügung (ISkO 2.2.3). Nach einer gültigen Spielansage darf der Skat weder angesehen noch verändert werden. Zuwiderhandlungen führen zum Spielverlust in der Stufe einfach (ISkO 3.4.8)

Im vorliegenden Fall hat der Alleinspieler (nach Rückfrage) dem Kartengeber gestattet, Einsicht in den Skat zu nehmen. Würde man ISkO 3.4.8 auf den oben genannten Fall anwenden, müsste man dem Alleinspieler das Spiel wegen unberechtigter Einsichtnahme in den Skat als verloren werten. Der Alleinspieler hat durch die Einsichtnahme des Kartengebers in den Skat aber keinen Vorteil, sondern eher ein Nachteil, da der Kartengeber zur Gegenpartei gehört. Da der Alleinspieler den Skat nicht eingesehen hat, sondern lediglich die Einsichtnahme durch den Kartengeber gestattet hat, kann ihm dieses nicht zum Nachteil und als Regelverstoß ausgelegt werden. Es liegt ganz allein im Ermessen des Alleinspielers, ob er (auf Nachfrage) eine Einsichtnahme in den Skat zulässt oder nicht.

Das Spiel ist daher in der üblichen Weise fortzuführen und entsprechend seines Ausgangs zu werten.

 Das Skat-Gericht: Fall Nr. 039

Vorhand wird bei gereizten 80 Alleinspieler. Neben Pik-, Herz- und Karo-Buben hat sie alle weiteren Karo-Karten auf der Hand. Es ist daher für sie logisch, dass sie lediglich einen Stich abzugeben hat, wenn Kreuz-Bube nicht im Skat liegt. Der Alleinspieler lässt den Skat unbesehen liegen und tauft sein Spiel „Grand, Schneider angesagt“. Obwohl die Gegenspieler nur 15 Augen bekommen, verlangen sie Spielverlust für den Alleinspieler, weil dieser sich überreizt habe.

 Urteil:

Der Alleinspieler hat seinen einfachen Grand mit Schneider und Schwarz verloren. Ihm sind 192 Augen abzuschreiben.

Nach ISkO 3.4.1 ist der Alleinspieler in jedem Fall zu einer gültigen Spielansage verpflichtet. Sie muss vollständig sein, d. h. auch ein Hand- oder Ouvertspiel muss angesagt werden, wenn es als Berechnungsstufe gewertet werden soll. Die Gewinnstufen „Schneider angesagt“ und „Schwarz angesagt“ werden nur dann berechnet, wenn ein Handspiel angesagt wurde (ISkO 5.2.5).

Im vorliegenden Fall hat der Alleinspieler den Reizwert 80 gehalten und sein Spiel – ohne den Skat anzusehen – „Grand, Schneider angesagt“ getauft. Da er das Handspiel nicht angesagt hat, kann es nach ISkO 3.4.1 auch nicht als Berechnungsstufe gewertet werden. Weil aber das Handspiel nicht gewertet werden kann, ist nach ISkO 5.2.5 auch die Ansage „Schneider“ ungültig. Bei einem Reizwert von 80 hätte der Alleinspieler seinen einfachen Grand daher mit „Schwarz“ gewinnen müssen.

 Das Skat-Gericht: Fall Nr. 040

Am Vierertisch ist der Spieler in Hinterhand während der Kartenverteilung abwesend. Als er wieder seinen Platz einnimmt, schiebt ihm der Kartengeber einen Kartenstapel zu. Hinterhand nimmt die Karten auf und reizt, nachdem Mittelhand gepasst hat, Vorhand bis 22 und bekommt das Spiel. Jetzt wird festgestellt, dass Hinterhand bereits 12 Karten auf der Hand hat, weil sich in dem Kartenstapel, der ihm vom Kartengeber zugeschoben wurde, auch der Skat befunden haben muss. Die Gegenspieler reklamieren und verlangen, dass Hinterhand ein Spiel verloren hat. Hinterhand ist sich keiner Schuld bewusst und möchte ihr Spiel durchführen, da sie die Karten vom Kartengeber bekommen. Der Kartengeber ist der Meinung, da er einen Fehler gemacht hat, dass er neu gegeben muss.

 Urteil:

Hinterhand ist nicht Alleinspieler geworden, da sie den Skat vor beendetem Reizen aufgenommen hat.

Nach ISkO 4.5.6 muss jeder Spieler nach beendetem Geben die Zahl der empfangenen Karten prüfen und eine zahlenmäßig unrichtige Kartenverteilung vor Beendigung des Reizens melden.

Wenn Hinterhand die Zahl der ihr vom Kartengeber zugeschobenen Karten überprüft und reklamiert hätte, wäre sofort erkannt worden, dass die unrichtige Kartenverteilung durch das Verschulden des Kartengebers zustande gekommen ist. In diesem Fall hätte der gleiche Kartengeber nach ISkO 3.2.9 neu geben müssen.

Da Hinterhand aber die Zahl der empfangenen Karten nicht reklamiert hat, muss von einer ordnungsgemäßen Kartenverteilung ausgegangen werden. In diesem Fall hat Hinterhand (zwar unbeabsichtigt) den Skat ohne Berechtigung eingesehen und kann in keinem Fall Alleinspieler werden. Sie ist vom Reizen auszuschließen.

Vorhand und Mittelhand können einpassen oder erneut reizen. Im letzteren Fall hat der Kartengeber aus den 12 Karten von Hinterhand, die diese zu mischen hat, zwei Karten als Skat verdeckt zu ziehen (siehe ISkO 3.3.9 und 3.3.10).

 Das Skat-Gericht: Fall Nr. 041

Der Alleinspieler lässt den neunten Stich, mit dem er 62 Augen erreicht hat, offen auf dem Tisch liegen und spielt zum letzten Stich aus. Dieser Stich geht an die Gegenspieler. Diese wollen jetzt auch den neunten Stich haben, da der Alleinspieler diesen nicht eingezogen hat. Der Alleinspieler ist der Meinung, dass der neunte Stich ihm gehört, da er seine letzte Karte nicht auf, sondern neben den neunten Stich gespielt hat. Die Gegenspieler behaupten, dass der Alleinspieler bei offenem Spiel alle Reststiche machen muss. Da der zehnte Stich an die Gegenspieler geht, gehört auch der neunte Stich nach ihrer Auffassung der Gegenpartei.

 Urteil:

Der neunte Stich geht an den Alleinspieler, der damit sein Spiel gewonnen hat.

Zieht der Alleinspieler einen oder mehrere Stiche hintereinander nicht ein, so zeigt er damit an, dass er alle weiteren Stiche macht. Trifft das nicht zu, so gehören diese und alle Reststiche den Gegenspielern (ISKO 4.4.5). Dem Besitzer eines Stiches ist es erlaubt, vor dem Einziehen seines Stiches zum nächsten Stich auszuspielen (ISkO 4.4.2).

Zum Ende eines Spiels kommt es häufig vor, dass der vorletzte Stich nicht eingezogen und umgedreht wird. In diesen Fällen ist festzustellen, ob der Besitzer des neunten Stiches die zehnte Karte auf den letzten Stich gespielt hat oder daneben. Hat er die zehnte Karte auf den neunten Stich gespielt, hat er sich damit verpflichtet, auch den letzten Stich zu erhalten. Hat er die letzte Karte neben den neunten Stich gespielt, ist er nicht verpflichtet, auch den letzten Stich zu erhalten.

Da der Alleinspieler zum zehnten Stich neben den neunten Stich ausgespielt hat, liegt kein Regelverstoß vor. Der neunte Stich gehört ihm und der zehnte Stich den Gegenspielern.

 Das Skat-Gericht: Fall Nr. 042

Der Alleinspieler in Vorhand erhält das Spiel bei gereizten 50. Ohne den Skat einzusehen, tauft er sein Spiel »Null Ouvert-Hand« und deckt folgende Karten auf: Karo-7, -8, -9, -10, -Dame, -Ass, Herz-7, -9, -Bube, -Dame. In dem Bewusstsein, dass sein Spiel »sauber« ist, deckt er den Skat mit der Bemerkung auf: „Das Spiel ist unverlierbar“. Im Skat liegen Karo-Bube und -König. Daraufhin verlangen die Gegenspieler Spielverlust für den Alleinspieler, da er nach der Spielansage den Skat angesehen hat. Der Alleinspieler ist jedoch der Meinung, dass die Gegenpartei nur ein fadenscheiniges Recht sucht.

 Urteil:

Der Alleinspieler hat seinen Null Ouvert-Hand verloren.

Nach ISkO 3.4.8 darf der abgelegte Skat nach einer gültigen Spielansage weder angesehen noch verändert werden. Zuwiderhandlungen führen zum Spielverlust in der Stufe einfach (nicht Schneider oder Schwarz).

Es gehört zur gängigen Praxis, dass nach der Spieltaufe - bei einem sicheren offenen Spiel - der Skat auch vor dem Ausspiel aufgedeckt wird. Ohne Skateinsicht war das Spiel offensichtlich nur zu verlieren, wenn der Alleinspieler eine der Herzkarten ausspielt oder die restlichen Karo-Karten im Skat liegen. Durch die Einsichtnahme in den Skat wird dem Alleinspieler bewusst, dass er keinesfalls Karo ausspielen darf. Er hat sich mit der Skateinsicht einen Vorteil verschafft und wird jetzt in jedem Fall eine der Herzkarten ausspielen müssen. Ob dieses Ausspiel zum Spielverlust führen würde, ist durch das Aufdecken des Skats nicht mehr zu prüfen. Wäre der Skat erst nach dem Ausspiel einer Karo-Lusche aufgedeckt worden, hätte das für den weiteren Verlauf des Spiels keine Auswirkungen gehabt, da der Stich an den Alleinspieler gegangen wäre.

Anders ist zu entscheiden, wenn keine oder nur eine Karo-Karte im Skat liegen. In diesem Fall hat der Alleinspieler keinen Vorteil von der Einsichtnahme in den Skat. Er nimmt lediglich eine erlaubte Spielabkürzung mit zutreffender Erklärung vor, da durch das Ausspielen einer Karo-Lusche sein Spiel keinesfalls zu verlieren ist.

 Das Skat-Gericht: Fall Nr. 043

Vorhand wird bei gereizten 18 Alleinspieler und nimmt den Skat auf. Nachdem sie eine Karte gedrückt hat, überlegt sie, ob sie ein Farb- oder Grandspiel ansagen soll. Sie entscheidet sich für das Farbspiel und sagt: „Ich spiele Herz und muss noch eine Karte drücken“. Die Gegenspieler reklamieren auf Spielverlust, weil keine zwei Karten bei der Spielansage gedrückt waren. Der Alleinspieler will sein Spiel durchführen, da er ja erklärt hat, dass er noch eine Karte drücken muss.

 Urteil:

Der Alleinspieler hat sein Herz-Spiel verloren.

Nach ISkO 3.4.6 bedeutet eine Spielansage mit mehr oder weniger als zehn Handkarten Spielverlust in der Stufe einfach (nicht Schneider oder Schwarz). In dem vorliegenden Fall hat der Alleinspieler sein Spiel »Herz« mit elf Karten in der Hand angesagt und das Spiel deshalb verloren. Die zusätzliche Aussage »Ich muss noch eine Karte drücken« ist unerheblich, da nach ISkO 3.4.8 der Skat nicht mehr verändert werden darf.

Nach beendetem Reizen hat der Alleinspieler ausreichend Zeit, sein Spiel auszurechnen, den Skat abzulegen und danach sein Spiel anzusagen. Er ist in keinem Fall berechtigt, eine Spielansage (mit einschränkender Erklärung) vorzunehmen und danach erst den Skat (oder Teile davon) abzulegen. Es bestand überhaupt keine Notwendigkeit für den Alleinspieler, erst das Spiel anzusagen und dann den Vorgang des Drückens abzuschließen. Auch die Erklärung, dass er noch eine Karte drücken muss, verhindert nicht den Spielverlust.

 Das Skat-Gericht: Fall Nr. 044

Mittelhand reizt Vorhand mit 18 an. Vorhand passt und Hinterhand erklärt: „18 hätte ich auch gehabt, mehr kann ich nicht sagen“. Mittelhand will jetzt nicht mehr spielen, da Hinterhand mit seiner Aussage seine lange Karofarbe signalisiert hat. Vorhand ist der Meinung, dass Mittelhand spielen muss, da sie den höchsten Reizwert geboten hat und damit Alleinspieler geworden ist.

 Urteil:

Mittelhand ist Alleinspieler geworden und hat ein Spiel gewonnen.

Nach ISkO 4.2.9 haben sich alle Mitspieler jeglicher Äußerungen und Gesten zu enthalten, die geeignet sind, die Karten zu verraten oder den Spielverlauf zu beeinträchtigen. Bei Verstößen ergeben sich Konsequenzen aus den Bestimmungen 4.1.3 bis 4.1.6.

Die Aussage von Hinterhand ist in diesem Fall als gravierender Eingriff in das bevorstehende Spiel des Alleinspielers zu werten. Aufgrund dieser Äußerung ist es dem Alleinspieler nicht mehr zuzumuten, ein Spiel unter regulären Bedingungen durchzuführen. Daher hat ein Schiedsrichter zu entscheiden, welches Spiel dem Alleinspieler unter Berücksichtigung des letzten Reizwertes und der auf der Hand vorhandenen oder fehlenden Spitzen als gewonnen gutzuschreiben ist.

Nimmt der Alleinspieler allerdings nach der Äußerung von Hinterhand den Skat auf, hat er kein Recht mehr, den Regelverstoß zu reklamieren (siehe ISkO 4.5.10). In diesem Fall gilt der Regelverstoß als nicht begangen und der Alleinspieler muss ein Spiel ansagen und durchführen, dass seinem Ausgang entsprechend gewertet wird.

 Das Skat-Gericht: Fall Nr. 045

Nach ordnungsgemäßer Kartenverteilung sagt Vorhand – ohne eine Reizgebot von Mittelhand oder Hinterhand abzuwarten – „Hat einer mehr als Grand-Hand-Schneider?“. Daraufhin äußert Mittelhand: „Ich hätte bis 24 gereizt“ und Hinterhand ergänzt: „Ich hätte sogar 33 geboten“. Vorhand will nun wegen gegenseitigem Kartenverrat der Gegenspieler sein Spiel sofort gewonnen haben. Mittelhand ist aber der Meinung, dass Vorhand erst einmal die Reizgebote von Mittelhand und Hinterhand abzuwarten hätte. Hinterhand ist der Auffassung, dass Vorhand durch seine voreilige Spielansage nicht automatisch auch Alleinspieler geworden ist und er daher sein Reizgebot abgeben durfte.

 Urteil:

Dem Verlangen der Gegenspieler ist stattzugeben. Vorhand darf das Spiel erst ansagen, wenn sie nach beendetem Reizen Alleinspieler geworden ist. Wird Vorhand Alleinspieler, muss sie den vorher angesagten »Grand-Hand-Schneider« spielen.

Ein »Grand-Hand-Schneider« hat mindestens einen Reizwert von 120. Erfahrungsgemäß kommt es nur selten vor, dass zwei Spieler bis zu diesem Wert reizen. Deshalb ist es verständlich, wenn Vorhand das Reizen abkürzen will und sein Spiel ansagt, bevor Mittelhand und Hinterhand gereizt oder gepasst haben. Diese voreilige Spielansage ist zwar nicht verboten, Mittelhand und Hinterhand können aber darauf bestehen, dass in der gewohnten Weise gereizt wird. Da Mittelhand und Hinterhand zwar an die gültigen Reizwerte, nicht aber an die zahlenmäßige Reihenfolge gebunden sind ( 3.3.2), sind sie berechtigt, den Reizvorgang mit 24 bzw. 33 zu beginnen und danach zu passen.

Bei ordnungsgemäßem Reizen wären die von Mittelhand und Hinterhand geäußerten Reizgebote evtl. nicht genannt worden. Durch die voreilige Spielansage kann sich Vorhand jedoch nicht den Vorteil verschaffen, die Gegenspieler über ihre mögliche Kartenverteilung im Unklaren zu lassen. Sie haben jetzt vielmehr den Vorteil, sich gegenseitig ihre langen Farben bekannt zu geben, da Vorhand an das Reizgebot von 120 gebunden ist.

 Das Skat-Gericht: Fall Nr. 046

Der Alleinspieler spielt Herz. Nach 8 Stichen sind alle Trümpfe, aber auch Kreuz- und Karo Ass gespielt. Der Alleinspieler hat bis zu diesem Zeitpunkt 58 Augen, die Gegenpartei 27 Augen. Vorhand führt Kreuz 10 und Karo König, Mittelhand Karo 10 und Karo 8. Der Alleinspieler in Hinterhand hat noch Pik Ass und Pik 7. Vorhand spielt Kreuz 10 aus. Mittelhand überlegt lange, welche Karte sie legen soll, da sie der Meinung ist, der Alleinspieler könnte auch Karo König haben. Die Überlegung dauert Vorhand zu lange und sie spielt auch noch den Karo König mit der Bemerkung aus: „Alle Stiche sind uns“. Nachdem die Karten aufgedeckt sind, erkennt der Alleinspieler, dass Mittelhand den letzten Stich machen kann, wenn sie im 9. Stich auf Kreuz 10 nicht Karo 10 sondern Karo 8 legt. Er reklamiert daher die beiden letzten Stiche wegen Regelverstoß von Vorhand für sich, weil diese offen gespielt hat, aber nicht zwangsläufig beide Stiche machen muss. Er will sein Spiel »Schneider« gewonnen haben, da die Gegenspieler erst 27 Augen haben. Die Gegenspieler sind damit nicht einverstanden, da sie in jedem Fall – egal welche Karte Mittelhand legt – die beiden letzten Stiche machen und damit 62 Augen erreichen.

 Urteil:

Der Alleinspieler hat sein Herz-Spiel einfach gewonnen.

Nach ISkO 4.3.5 darf ein Gegenspieler bei einem Farb- oder Grandspiel nur dann offen spielen, wenn er unabhängig von Kartenstand und Spielführung alle weiteren Stiche macht. Andernfalls gehören sie dem Alleinspieler. Die Bestimmungen 4.1.3 bis 4.1.6 gelten entsprechend.

Im vorliegenden Fall hat Vorhand die beiden letzten Karten offen gespielt und sich damit verpflichtet, unabhängig von Kartenstand und Spielführung, beide Stiche zu machen. Das kann sie aber nur dann, wenn Mittelhand im 9. Stich Karo 10 zugibt. Ob sie das getan hätte oder nicht, ist nicht zu prüfen. Allein die Tatsache, dass Mittelhand theoretisch den 10. Stich mit Karo 10 machen kann, begründet einen Regelverstoß von Vorhand. Die beiden letzten Stiche stehen damit nach ISkO 4.3.5 dem Alleinspieler zu. Dieser gewinnt sein Spiel aber nicht in der Stufe »Schneider«, da bei Regelverstößen die Gewinnstufen »Schneider und Schwarz« grundsätzlich nachgewiesen werden müssen.

 Das Skat-Gericht: Fall Nr. 047

Mittelhand reizt Vorhand bis 23. Mittelhand ist sicher, das Spiel zu erhalten und legt während des Reizens zwei Karten verdeckt zur Seite, die sie drücken will. Hinterhand reizt jedoch bis 36 und wird Alleinspieler. Sie zieht die zwei Karten, die von Mittelhand abgelegt wurden zu sich hin und tauft ihr Spiel „Karo Hand“. Vorhand behauptet nun, dass Hinterhand ihr Spiel verloren hat, da sie sich widerrechtlich in den Besitz der Karten von Mittelhand gebracht hat. Der Alleinspieler ist damit nicht einverstanden.

 Urteil:

Der Alleinspieler (Hinterhand) gibt die versehentlich als Skat zur Seite geschobenen Karten an Mittelhand zurück und erhält den ihm zustehenden Skat, den er unbesehen lässt. Jetzt wird das Spiel ordnungsgemäß durchgeführt und entsprechend seines Ausgangs gewertet.

Keiner Partei ist zum Zeitpunkt der Reklamation von Vorhand ein Vor- oder Nachteil entstanden. Der Alleinspieler hat ein Handspiel angesagt und die beiden von Mittelhand zur Seite gelegten Karten nicht eingesehen. Sie können ohne Probleme an Mittelhand zurückgegeben und der tatsächliche Skat dem Alleinspieler ausgehändigt werden. Wäre der Fehler zu einem späteren Zeitpunkt aufgefallen, hätte der Alleinspieler sein Spiel gewonnen, weil einer der beiden Gegenspieler (Mittelhand) die unrichtige Anzahl der Karten führt (ISkO 4.2.6).

 Das Skat-Gericht: Fall Nr. 048

Der Alleinspieler spielt einen Grand. Als er einen Moment abgelenkt ist, spielt der Gegenspieler in Vorhand die Herz-7 aus, Mittelhand wirft Kreuz-8 dazu, die unter die Herz-7 rutscht. Als der Alleinspieler die gespielten Karten sieht, nimmt er, in der Annahme das Kreuz-8 ausgespielt wurde, seine Kreuz-9 und zieht den Stich ein. Daraufhin zeigt er seine restlichen Karten, da ihm alle weiteren Stiche gehören. Die Gegenspieler reklamieren und verlangen Spielverlust, weil der Alleinspieler nicht bedient hat, obwohl er Herz-Ass führt.

 Urteil:

Der Alleinspieler kann seine Kreuz-9 zurück- und den Stich mit Herz-Ass übernehmen. Das Spiel wird ordnungsgemäß zu Ende gespielt und entsprechend seines Ausgangs gewertet.

Laut ISkO 4.4.1 besteht ein Stich aus je einer Karte von Vorhand, Mittelhand und Hinterhand. Er ist vollendet, sobald die dritte Karte auf dem Tisch liegt.

In dem geschilderten Fall muss der Alleinspieler davon ausgehen, dass Kreuz-8 aufgespielt wurde und er den Stich mit Kreuz-9 übernehmen kann. Das danach erfolgte Aufdecken der Karten ist eine nach ISkO 4.3.4 gestattete Spielabkürzung. Der Alleinspieler (gilt auch für die Gegenpartei) ist nicht verpflichtet, bei jedem Stich, bei dem er in Hinterhand sitzt, sich nach der Reihenfolge der Karten zu erkundigen. Er muss davon ausgehen, dass die zu unterst liegende Karte die ausgespielte Karte ist. Die Gegenspieler sind Verursacher der Situation und suchen ein fadenscheiniges Recht. Sie sind nach ISkO 4.5.2 zu verwarnen.

 Das Skat-Gericht: Fall Nr. 049

Vorhand wird Alleinspieler und tauft ihr Spiel nach Skataufnahme und ordnungsgemäßem Drücken »Herz«. Der zum ersten Stich ausgespielte Kreuz-Bube wird von den Gegenspielern jeweils mit Trumpf bedient. Mit dem Ausspielen von Pik-Bube zum zweiten Stich sagt Vorhand gleichzeitig: „Ihr werdet immer Schneider“. Das Spiel wird ordnungsgemäß fortgesetzt. Die Gegenpartei erreicht 39 Augen und beansprucht nun Spielverlust für den Alleinspieler, da dieser erklärt hat, er würde das Spiel »Schneider« gewinnen. Der Alleinspieler ist der Auffassung, dass er durch seine Bemerkung keinesfalls die Gegenspieler im »Schneider« halten muss.

 Urteil:

Der Alleinspieler hat sein Spiel gewonnen.

Nach ISkO 3.4.4 ist eine Spielansage ungültig, wenn sie in einem für alle Mitspieler erkennbaren Widerspruch zu grundlegenden Spielbedingungen steht. Darunter fällt u.a. die Ansage von Gewinnstufen nach Skataufnahme.

Eine Schneider-Ansage bei Spielen mit Skataufnahme oder während des Spiels ist nach der vorgenannten Bestimmung ungültig und damit unverbindlich. Hätte der Alleinspieler die Gegenspieler im »Schneider« gehalten, wäre ihm die Gewinnstufe »Schneider angesagt« keinesfalls berechnet worden. Sie kann daher im vorliegenden Fall auch nicht zum Spielverlust des Alleinspielers führen.

 Das Skat-Gericht: Fall Nr. 050

Der Alleinspieler spielt »Kreuz«. Nach dem siebten Stich haben die Gegenspieler 56 Augen. Der Alleinspieler in Vorhand hat noch Kreuz-Bube, Herz-Bube und Herz-Dame. Mittelhand führt noch drei Luschen und Hinterhand hat Pik-Bube, Kreuz-8 und Pik 8. Der Alleinspieler überlegt nun lange, welche Karte er ausspielen soll. Weil das Hinterhand zu lange dauert, macht sie folgende Bemerkung: „Du kannst ausspielen was du willst, du kannst nicht mehr gewinnen“. Der Alleinspieler verlangt nun Spielgewinn wegen Kartenverrat. Hinterhand ist der Meinung, dass er mit seiner Aussage nicht die Karten verraten hat, da es für den Alleinspieler keine Möglichkeit mehr gibt, das Spiel zu gewinnen.

 Urteil:

Das Spiel ist weiter durchzuführen und entsprechend seines Ausgangs zu werten.

Nach ISkO 4.2.9 Satz 1 haben sich alle Mitspieler jeglicher Äußerungen und Gesten zu enthalten, die geeignet sind die Karten zu verraten oder den Spielverlauf zu beeinträchtigen.

Hinterhand kann im vorliegenden Fall anhand seiner Karten feststellen, dass er alleine die Entscheidung herbeiführen wird, ohne das Vorhand oder sein Mitspieler in Mittelhand den Spielverlauf beeinträchtigen können. Es ist gleich, welche Karte Vorhand ausspielt und welche Karte Mittelhand zugibt. Er wird nicht verhindern können, dass Hinterhand mit Pik-Buben einen Stich macht. Dabei ist es gleichgültig, ob Hinterhand den Herz-Buben oder die Herz-Dame von Vorhand sticht; die Gegenpartei bekommt in jedem Fall 60 oder 61 Augen. Die Aussage von Hinterhand kann daher im vorliegenden Fall nicht als Spiel entscheidender Eingriff bewertet werden. Daher liegt auch kein Kartenverrat vor.

Anders wäre zu entscheiden, wenn Hinterhand zum Spielverlust des Alleinspielers noch Augen seines Mitspielers benötigen würde. In diesem Fall würde es sich um Kartenverrat handeln, weil er mit seiner Aussage dem Mitspieler einen Hinweis darauf gibt, dass er noch einen Stich macht.

 Das Skat-Gericht: Fall Nr. 051

Hinterhand möchte ein Farbspiel ohne Vieren durchführen und wird bei gereizten 36 der Alleinspieler. Im Skat findet sie Herz-Buben und sagt ein „Herz-Spiel“ an. Nach Beendigung des Spiels haben die Gegenspieler 40 Augen erreicht und erklären dem Alleinspieler, dass er sein Spiel nur deshalb gewonnen habe, weil sie gleich zwei Spielfehler gemacht hätten. Als sie die Karten zusammenwerfen, meldet sich der Kartengeber vom Nebentisch, der das Spiel beobachtet hat und erklärt, dass der Alleinspieler sein Spiel verloren hätte, weil er die Gegenspieler nicht »Schneider« gespielt hat. Der Alleinspieler ist über die Einmischung erbost und weist daraufhin, dass Kiebitzen verboten ist und vom Nachbartisch keine Aussage zu seinem Spiel gemacht werden darf. Im übrigen habe er sein Spiel gewonnen, da die Karten bereits zusammengeworfen wurden.

 Urteil:

Der Alleinspieler hat sein Spiel in der Gewinnstufe »Schneider« verloren; ihm sind 80 Punkte abzuziehen.

Die Bestimmung ISkO 4.1.11 wurde auf dem 28. Deutschen Skatkongress am 10.11.02 in Papenburg dahingehend geändert, dass jeder Teilnehmer (vorher jeder Mitspieler) berechtigt ist, jederzeit auf Regelverstöße hinzuweisen. Nach Ansicht des Internationalen Skatgerichts muss jedem Teilnehmer einer Veranstaltung die Möglichkeit gegeben werden, seine eigenen Rechte und die Interessen der anderen Teilnehmer wahrzunehmen und zu schützen.

Im vorliegenden Fall hat der Alleinspieler versucht, die Unaufmerksamkeit seiner Gegenspieler zu seinem Vorteil auszunutzen und ein Verlustspiel in ein Gewinnspiel umzuwandeln. Der Teilnehmer vom Nachbartisch, der das Spiel zufällig mitbekommen hat, ist berechtigt bzw. verpflichtet, einen offensichtlichen Betrug zu verhindern. Der Alleinspieler ist in jedem Fall nach ISkO 4.5.2 zu verwarnen und im Wiederholungsfall vom weiteren Spielbetrieb auszuschließen. Wenn das Spiel als Gewinnspiel in die Spielliste eingetragen worden wäre, hätte es sich um einen wissentlichen, vorsätzlichen Betrug gehandelt. Der Alleinspieler wäre dann vom weiteren Turnier ausgeschlossen und seiner Verbandsgruppe und dem zuständigen Landesverband zur Beschlussfassung über weitere Konsequenzen gemeldet worden.

Die Bestimmung ISkO 4.1.11 berechtigt aber keinen Teilnehmer, der seine Serie beendet hat, an anderen Tischen zu kiebitzen, um Fehler oder Regelverstöße bei anderen Spielern zu suchen und zu reklamieren (siehe SkWO 7.1.5 , 7.4.2 und 9.9 ).

 Das Skat-Gericht: Fall Nr. 052

Das 17. Spiel bekommt der Spieler in Mittelhand und sagt sein Spiel an. Da bemerkt der Listenführer, dass das 16. Spiel vom Spieler auf Platz 3 und das 17. Spiel vom Spieler auf Platz 4 gegeben wurde. Da der Alleinspieler das 16. Spiel verloren hatte, verlangt er nun, dass die Spiele 16 und 17 ungültig seien und zum 16. Spiel der Spieler auf Platz 4 neu geben müsste. Ein Mitspieler ist der Auffassung, dass Spiel 16 stehen bleibt und nur Spiel 17 vom Spieler auf Platz 1 neu gegeben wird.

 Urteil:

Spiel 16 bleibt gültig und zum 17. Spiel muss neu gegeben werden.

Hatte ein Mitspieler gegeben, der nicht an der Reihe war, ist selbst ein beendetes Spiel – auch das letzte einer Runde – ungültig. Eine Runde gilt dann als abgeschlossen, wenn deren letztes Spiel ordnungsgemäß eingetragen oder dessen fehlerhafte bzw. fehlende Eintragung erst nach Beginn des ersten Spiels der nächsten Runde beanstandet wurde (ISkO 3.2.11 Satz 1 und 2). Das Spiel beginnt nach ISkO 4.4.1 mit der Spielansage. Die Runde gilt als abgeschlossen, wenn der Alleinspieler seine Spielansage zum ersten Spiel der neuen Runde vorgenommen hat. Da die fünfte Runde mit der Spielansage von Mittelhand begonnen hat, ist die vierte Runde abgeschlossen und gültig. Eine Korrektur des 16. Spiels ist jetzt nicht mehr möglich, da die Beanstandung zu spät erfolgte.

Eine andere Entscheidung ist zu treffen, wenn die Beanstandung vor der Spielansage von Mittelhand erfolgt wäre. In einem solchen Fall hat die neue Runde noch nicht begonnen. Das 16. Spiel hätte neu gegeben werden müssen.

Im vorliegenden Fall bleibt daher das 16. Spiel gültig. Das 17. Spiel muss vom Spieler auf Platz 1 neu gegeben werden.

 Das Skat-Gericht: Fall Nr. 053

Mittelhand wird bei gereizten 44 der Alleinspieler und findet im Skat den Kreuz-Buben. Eigentlich wollte sie ein Pik-Spiel ohne Dreien durchführen. Da sie neben den beiden Buben sechs Pik von oben und zwei Luschen auf der Hand behält, sieht sie die Möglichkeit, auch einen Grand zu gewinnen, wenn die fehlenden Buben nicht auf einer Hand stehen. Sie tauft daher ihr Spiel »Grand«. Das von Vorhand ausgespielte Kreuz-Ass nimmt sie mit Karo-Buben mit. Hinterhand bedient mit Kreuz-7. Jetzt spielt der Alleinspieler Kreuz-Buben und bemerkt gleichzeitig »Wenn die Buben jetzt nicht kommen, gebe ich das Spiel auf«. Ein Gegenspieler, der beide Buben führt, ist damit nicht einverstanden und will das Spiel zu Ende spielen. Der andere Gegenspieler schließt sich dem Verlangen an. Da für den Alleinspieler nicht feststeht, ob er überhaupt aus dem Schneider kommt, will dieser das Spiel nicht fortsetzen.

 Urteil:

Das Spiel ist durchzuführen und entsprechend seines Ausgangs zu werten.

Nach ISkO 4.3.1 Satz 2 darf der Alleinspieler sein angesagtes Spiel aufgeben, solange er noch mindestens neun Handkarten führt. Mit weniger als neun Handkarten kann die Aufgabe des Spiels nur mit Zustimmung mindestens eines Gegenspielers erfolgen (gemeinsame Haftung).

Diese Bestimmungen wurden auf dem 28. Deutschen Skatkongress am 10.11.02 in Papenburg modifiziert. Bis zu diesem Zeitpunkt konnte der Alleinspieler sein angesagtes Spiel sofort oder nach dem ersten Stich für verloren erklären. Da die Auslegung zu »nach dem ersten Stich« oftmals zu Streitfällen führte, ist durch die jetzige Formulierung Klarheit geschaffen worden. Danach darf der Alleinspieler das Spiel aufgeben, solange er noch neun Handkarten führt. Bei weniger als neun Handkarten bedarf die Spielaufgabe der Zustimmung mindestens eines Gegenspielers.

Im vorliegenden Fall hat der Alleinspieler zum 2. Stich den Kreuz-Buben ausgespielt und führt somit nur noch acht Handkarten. Er hat daher nicht mehr das Recht, sein Spiel aufzugeben. Da die Gegenspieler auf Spieldurchführung bestehen, ist das Spiel zu Ende zu spielen und entsprechend seines Ausgangs zu werten.

 Das Skat-Gericht: Fall Nr. 054

Vorhand wird Alleinspieler und legt seine Karten zum Null Ouvert Hand offen auf den Tisch. Da die Karten nicht nach Farben geordnet sind, greift sofort der Kartengeber in das Blatt und will die Karten nach Farben gruppieren und der Folge nach ordnen. Der Alleinspieler beanstandet, dass der Kartengeber in seine Karten greift und ist der Meinung, dass dieses Recht nur den Gegenspielern vorbehalten ist. Er will sein Spiel sofort gewonnen haben.

 Urteil:

Das Spiel ist durchzuführen und entsprechend seines Ausgangs zu werten.

Wurden die Karten nicht deutlich sichtbar, nach Farben gruppiert und in Folge geordnet aufgelegt, so darf die Gegenpartei die Kartenanordnung korrigieren (siehe ISkO 2.2.5 Satz 3 und 4).

Diese Bestimmungen wurden auf dem 28. Deutschen Skatkongress am 10.11.02 in Papenburg modifiziert. Bis zu diesem Zeitpunkt durften nur die Gegenspieler die Kartenanordnung korrigieren. Das Ansinnen des Alleinspielers auf sofortigen Spielgewinn ist daher falsch. Der Kartengeber gehört zur Gegenpartei und hat somit das Recht zur Korrektur. Das Spiel ist durchzuführen und entsprechend seines Ausgangs zu werten.

 Das Skat-Gericht: Fall Nr. 055

Mittelhand wird bei einem Reizwert von 48 der Alleinspieler. Ohne Skataufnahme tauft sie ihr Spiel »Karo-Hand«. Noch vor dem ersten Ausspiel erkundigt sich der Gegenspieler in Vorhand, der die Spielansage nicht mitbekommen hat, welches Spiel von Mittelhand angesagt wurde. Der Alleinspieler antwortet »Karo«. Das Spiel wird durchgeführt und von Mittelhand mit 70 Augen gewonnen. Jetzt reklamiert Vorhand, dass der Alleinspieler sein Spiel verloren habe, da er mit vier Buben »Schneider« spielen musste, da keine Handansage erfolgt sei. Der Alleinspieler weist darauf hin, dass er bei der ersten Spielansage auch die Berechnungsstufe »Hand« angesagt hätte, was von Hinterhand auch bestätigt wird. Vorhand ist jedoch der Auffassung, dass die Stufe »Hand« bei seiner Nachfrage nicht genannt wurde und daher auch nicht gültig sei.

 Urteil:

Der Alleinspieler hat sein »Karo-Hand-Spiel« gewonnen.

Nach ISkO 3.4.1 ist der Alleinspieler zu einer gültigen Spielansage verpflichtet. Sie muss vollständig sein, d. h. auch ein Hand- oder Ouvertspiel muss angesagt werden, wenn es als Berechnungsstufe gewertet werden soll. Eine Spielansage ist unwiderruflich.

In dem geschilderten Fall steht unbestritten fest, dass der Alleinspieler bei der Spieltaufe die „Handansage“ vorgenommen hat. Dieser Sachverhalt wird auch von einem Gegenspieler bestätigt. Der Alleinspieler konnte davon ausgehen, dass Vorhand lediglich erfahren wollte, welches Spiel vom Alleinspieler durchgeführt wird. Er ist auf Grund der Nachfrage von Vorhand nicht verpflichtet, die Ansage „Hand“ zu wiederholen. Hätte der Alleinspieler bei seiner Spielansage zunächst die Berechnungsstufe »Hand« vergessen und erst auf Nachfrage durch Vorhand auf »Karo-Hand« erhöht, so wäre die Stufe »Hand« nicht gewertet worden, da eine Spielansage unwiderruflich ist.

Der Streit hätte jedoch vermieden werden können, wenn der Alleinspieler oder ein anderer Spieler der Gegenpartei die Spielansage komplett wiederholt hätte.

 Das Skat-Gericht: Fall Nr. 056

Mittelhand reizt bis 40, Vorhand passt. Ohne auf ein Reizgebot von Hinterhand zu warten, legt Mittelhand ihre Karten offen auf den Tisch und sagt einen »Null ouvert-Hand« an. Hinterhand reklamiert, dass sie noch kein Reizgebot abgegeben hat. Gleichzeitig dreht der Kartengeber, für alle Spieler sichtbar, den Skat um. Hinterhand fordert, dass Mittelhand vom Reizen ausgeschlossen wird und sie und Vorhand neu reizen dürfen. Mittelhand ist der Meinung, dass sie keinesfalls vom Reizen ausgeschlossen werden darf, da sie den Skat nicht umgedreht und keinen Regelverstoß begangen hat und daher Hinterhand ein höheres Gebot als 59 abgeben muss.

 Urteil:

Da durch das Sichtbarwerden der Karten von Mittelhand und des aufgedeckten Skats keine reguläre Spieldurchführung mehr möglich ist, sind alle Spieler von ihrem bisherigen Reizgebot entbunden und der Reizvorgang beginnt von vorne. Mittelhand und der Kartengeber, die diese Situation verursacht haben, sind zu verwarnen.

Nach der Internationalen Skatordnung gibt es kein Spiel, das vor einem anderen Vorrang hat. Auch Null ouvert-Hand und Grand-Hand gehen nicht jedem Spiel vor. Vielmehr wird der Alleinspieler ausschließlich durch das Reizen ermittelt. (ISkO 3.3.1 ). Alleinspieler wird stets derjenige, der den höchsten Reizwert geboten oder gehalten hat (ISkO 3.3.5 ). Im vorliegenden Fall hat Mittelhand, in der Annahme, das höchste Spiel zu haben, eine Spielansage getätigt und seine Karten voreilig zum Null ouvert-Hand aufgelegt. Da zu diesem Zeitpunkt noch kein Regelverstoß begangen wurde, liegt kein Grund vor, sie vom Reizen auszuschließen.

Alleinspieler wird jetzt derjenige, der den höchsten Reizwert bietet oder hält. Er muss das Sichtbarwerden des Skats und die sichtbar gewordenen Karten von Mittelhand billigend in Kauf nehmen. Mittelhand kann am neuen Reizvorgang teilnehmen. Wenn sie Alleinspieler wird, ist sie an ihre ursprüngliche Spielansage »Null ouvert-Hand« nicht mehr gebunden und kann jedes andere Spiel ihrer Wahl - unter Berücksichtigung der letzten Reizhöhe und der Anzahl der vorhandenen oder fehlenden Spitzen - ansagen & durchführen.

 Das Skat-Gericht: Fall Nr. 057

In der ersten Serie eines Turniers streiten die Gegenspieler mit dem Alleinspieler über einen angeblichen Regelverstoß. Ein Schiedsrichter wird gerufen, der den Regelverstoß bestätigt und dem Alleinspieler sein Spiel als verloren abschreiben lässt. Der Alleinspieler akzeptiert zunächst diese Entscheidung. Er erzählt den Sachverhalt aber in der Pause zur zweiten Serie einem Vereinskollegen. Dieser ist der Auffassung, dass der Schiedsrichter sich geirrt hat und fordert den Spieler auf, beim Schiedsgericht Einspruch gegen die Schiedsrichterentscheidung einzulegen. Bis zum Beginn der zweiten Serie wird auch noch mit einigen anderen Spielern über die mögliche Fehlentscheidung des Schiedsrichters diskutiert. Nachdem der betroffene Spieler in der zweiten Serie zum ersten mal Karten gegeben hat, legt er beim Spielleiter, der auch zugleich Mitglied des Schiedsgerichts ist, Einspruch gegen die Schiedsrichterentscheidung ein. Der Spielleiter weigert sich, den Einspruch anzunehmen und das Schiedsgericht zusammen zu rufen. Er ist der Meinung, dass der Alleinspieler sofort nach der Entscheidung den Einspruch hätte einlegen müssen. Der Spieler ist der Auffassung, dass er bis zum Turnierende jederzeit den Einspruch einlegen kann, da sowohl die beteiligten Spieler als auch der Schiedsrichter noch anwesend sind und der Sachverhalt einwandfrei geklärt werden kann.

 Urteil:

Der Einspruch des Spielers erfolgt zu spät und ist daher abzuweisen.

Nach SkWO 9.10 werden Streitfälle durch Spielleiter oder Schiedsrichter geschlichtet. Einsprüche dagegen müssen bis zum Beginn der nächsten Serie dem Schiedsgericht unterbreitet werden. Nach der letzten Serie der Veranstaltung muss ein Einspruch bis 15 Minuten nach dem Ende der Veranstaltung (Zeitlimit) erfolgen. Das Schiedsgericht entscheidet dann endgültig (siehe ISkO 4.5.10, SkWO 7.3.2 und 7.3.3).

Im vorliegenden Fall hat der Spieler seinen Einspruch erst nach Beginn der zweiten Serie gemeldet. Er ist nach SkWO 9.10 nicht verpflichtet, unmittelbar nach der Entscheidung des Schiedsrichters Einspruch einzulegen; er hätte diesen aber bis zum Beginn der zweiten Serie beim Spielleiter vorbringen müssen. Durch sein Fristversäumnis kann der Fall nicht mehr behandelt werden.

 Das Skat-Gericht: Fall Nr. 058

Der Alleinspieler sitzt nach dem 7. Stich in Mittelhand. Das Spiel ist noch nicht entschieden. Vorhand spielt zum 8. Stich Trumpf aus. Da der Alleinspieler keine Trumpfkarte mehr führt, legt er eine beliebige Karte dazu. Noch bevor Hinterhand den Stich komplettieren kann, deckt Vorhand seine beiden letzten Karten (Pik- und Herz-Buben) mit der Bemerkung »ich habe Rest« auf. Hinterhand hat als einzigen Trumpf noch den Kreuz-Buben auf der Hand. Der Alleinspieler verlangt nun alle Reststiche für sich, da der 8. Stich von Hinterhand übernommen wird und diese ausspielen muss. Vorhand besteht darauf, dass die Reststiche den Gegenspielern gehören.

 Urteil:

Die letzten drei Stiche gehen an die Gegenpartei und der Alleinspieler hat damit sein Spiel verloren.

Nach ISkO 4.3.5 darf ein Gegenspieler bei einem Farb- oder Grandspiel nur dann offen spielen, wenn er unabhängig von Kartenstand und Spieldurchführung alle weiteren Stiche macht. Andernfalls gehören sie dem Alleinspieler.

Nachdem Vorhand Trumpf gespielt und der Alleinspieler in Mittelhand keinen Trumpf zugeben kann, nimmt sie eine nach ISkO 4.3.5 erlaubte Spielabkürzung vor. Mit dem Vorzeigen ihrer Karten und der Aussage »ich habe Rest« zeigt sie an, dass sie die beiden letzten Stiche beansprucht, nicht den im Gang befindlichen Stich, der von Hinterhand mit Kreuz-Buben gestochen wird. Da Vorhand eine erlaubte Spielabkürzung vornimmt, ist es unerheblich, wer zum 9. Stich ausspielberechtigt ist.

Anders wäre zu entscheiden, wenn Hinterhand außer dem Kreuz-Buben noch einen weiteren Trumpf führen würde. In diesem Fall hätte Vorhand erst abwarten müssen, welche Karte Hinterhand zum 8. Stich zugibt. Sie hätte nur dann offen spielen dürfen, wenn Hinterhand den 8. Stich mit Kreuz-Buben übernimmt. Andernfalls würde Vorhand einen Regelverstoß nach ISkO 4.3.5 begehen, da sie nicht die beiden letzten Stiche selbst machen kann. Die Reststiche würden dann dem Alleinspieler zustehen.

 Das Skat-Gericht: Fall Nr. 059

Der Alleinspieler in Vorhand spielt einen Null Ouvert-Hand mit Karo 7, -8, -9, -10, -Dame, Herz 7, -8, -9, -10, -Dame. Nach der Spielansage legt er seine Karten offen auf den Tisch und zeigt auch offen den Skat. Die Gegenspieler reklamieren, dass der Alleinspieler bei einem Handspiel und nach der Spielansage den Skat vorgezeigt hat und beanspruchen Spielverlust für den Alleinspieler.

 Urteil:

Der Alleinspieler hat seinen Null Ouvert-Hand gewonnen.

In dem geschilderten Fall kann der Alleinspieler sein Spiel nur verlieren, wenn er eine der beiden Damen aufspielt. Das ist aber selbst von einem Anfänger nicht zu erwarten. Es gehört zur gängigen Spielpraxis, dass nach der Spieltaufe bei einem sicheren offenen Spiel der Skat – auch vor dem Ausspiel - aufgedeckt wird. Wenn der Alleinspieler eine sichere Aufspielkarte (unabhängig vom Skat und von der Kartenverteilung) vorweisen kann (z. B. blanke 7 oder von 7, 8, 9), muss das Spiel als gewonnen gewertet werden.                         In diesem Fall suchen die Gegenspieler nur einen fadenscheinigen Grund (ISkO 4.5.2 ), um ein unverlierbares Spiel zu ihren Gunsten zu entscheiden.

 Das Skat-Gericht: Fall Nr. 060

Mittelhand reizt die neben ihm sitzende Vorhand mit 18 an und passt darauf. Während Hinterhand den Reizvorgang fortsetzt, sieht Mittelhand in die Karten von Vorhand. Sowohl Vor- als auch Hinterhand wollen nun sofort ein Spiel als gewonnen aufgeschrieben haben, da Mittelhand unberechtigt die Karten von Vorhand eingesehen hat.

 Urteil:

Weder Vor- noch Hinterhand haben ein Spiel gewonnen, da der Reizvorgang noch nicht abgeschlossen war. Vielmehr sind beide Spieler nicht mehr an ihr Reizgebot gebunden. Sie können einpassen oder neu reizen.

Hat ein Spieler vor Beendigung des Reizens den Skat angesehen oder aufgenommen oder die Karten eines Mitspielers unberechtigt eingesehen, ist er vom weiteren Reizen auszuschließen. Außerdem sind die beiden anderen Spieler nicht mehr an ihr Reizgebot gebunden. Sie können einpassen oder neu reizen (ISkO 3.3.9 Satz 1 bis 3).

Die Bestimmung ISkO 3.3.9 wurde auf dem 28. Deutschen Skatkongress am 09.11.02 in Papenburg um den Passus „oder die Karten eines Mitspielers unberechtigt eingesehen“ erweitert. Damit wurde der bisherigen Auslegung des Skatgerichts in solchen Fällen Rechnung getragen.

Im vorliegenden Fall hat Mittelhand vor Beendigung des Reizens die Karten von Vorhand eingesehen. Da somit ein reguläres Spiel nicht mehr durchführbar ist, sind Vor- und Hinterhand nicht mehr an ihr Reizgebot gebunden. Sie können einpassen oder neu reizen. Wenn sie den Reizvorgang neu durchführen, müssen sie billigend in Kauf nehmen, dass Mittelhand die Karten von Vorhand kennt und ihr Spielverhalten entsprechend gestalten kann. Der Spieler, der den höchsten Reizwert bietet oder hält, wird Alleinspieler. Das Spiel ist durchzuführen und entsprechend seines Ausgangs zu werten.

Mittelhand hat den Regelverstoß begangen, ist zu verwarnen und darf am neuen Reizvorgang nicht teilnehmen.







 

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+++ 05.12.2017: Spieltag: 50, Spieler:15 , Mitglieder:13 , Gastspieler: 2 , Tische: 4, Tagestop: 1726 Pkt., Tagesflop: 317 Pkt. +++ Wir gratulieren Fred Drachenberg zum Meistertitel und Pokalsieg +++ marquee>

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