SC Grand-Ouvert 75 Hamburg
   
 
  Skat Gericht -1-

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  Das Skat-Gericht: Fall Nr. 001

Nach dem 6. Stich ist das Spiel noch nicht entschieden. Der Alleinspieler hat die Augen seiner Stiche nicht mitgezählt und den Überblick verloren. Er fächert seine vor ihm abgelegten Stiche auseinander und versucht, den bisherigen Spielverlauf von der Rückseite dieser Karten her zu rekonstruieren. Ein Gegenspieler ruft den Schiedsrichter, weil er der Meinung ist, dass das nicht zulässig ist.

 Urteil:

Nach ISkO 4.4.6 ist das Nachsehen, Nachzählen oder Aufdecken der abgelegten Stiche bzw. Augen nicht gestattet und daher das Spiel durch den Regelverstoß nach den Bestimmungen 4.1.3 bis 4.1.6 beendet. Eine Ausnahme ergibt sich aus ISkO 4.4.3, wonach auf Verlangen der letzte Stich noch einmal gezeigt werden kann. Da das Spiel zum Zeitpunkt des Regelverstoßes noch nicht entschieden war, hat der Alleinspieler sein Spiel verloren.

 Das Skat-Gericht: Fall Nr. 002

Der Spieler in Vorhand wird bei gehaltenen 23 der Alleinspieler, tauft sein Spiel "Pik" und spielt den Pik Buben aus, ohne den Skat einzusehen. Mittelhand übernimmt mit Kreuz Buben und Hinterhand legt Pik Dame zu. Nach Beendigung des Spiels haben die Gegenspieler 31 Augen. Als der Listenführer das Spiel als Pik-Hand und für den Alleinspieler als gewonnen eintragen will, reklamiert einer der Gegenspieler. Er behauptet, der Alleinspieler habe sich überreizt und sein Spiel verloren, da die Gegenspieler aus dem Schneider waren.

 Urteil:

Der Alleinspieler hat sein Pikspiel mit Schneider verloren, da die Gegenspieler aus dem Schneider waren. Ihm sind 66 Punkte abzuschreiben. Nach ISkO 3.4.1 ist der Alleinspieler in jedem Fall zu einer gültigen Spielansage verpflichtet. Sie muss vollständig sein, d. h. auch ein Hand- oder Ouvertspiel muss angesagt werden, wenn es als Berechnungsstufe gewertet werden soll. Die bisherige Vorschrift der ISkO 3.4.9, dass bei Verzicht auf Skateinsicht die Voraussetzung für ein Handspiel auch ohne ausdrückliche Ansage erfüllt ist, wurde ersatzlos gestrichen. Im vorliegenden Fall hat der Alleinspieler sein Pikspiel bei einem Reizwert von 23 erhalten. Ohne den Skat aufzunehmen, hat er mit einem schwarzen Buben "Pik" angesagt. Als Berechnungsstufe kann daher auch nur "Pik ohne einen" gewertet werden, weil er die vollständige Ansage seines Spiels als "Pik-Hand" versäumt hat. Entsprechend des Reizwertes 23 ist er gezwungen, die Gegenspieler Schneider zu spielen. Da die Gegenspieler 31 Augen bekommen haben, hat der Alleinspieler sein Spiel verloren.

 Das Skat-Gericht: Fall Nr. 003

Vorhand wird bei gereizten 80 der Alleinspieler. Neben Pik-, Herz- und Karo-Buben hat sie alle weiteren Karo-Karten auf der Hand. Es ist daher für sie logisch, dass sie lediglich einen Stich abzugeben hat, wenn Kreuz-Bube nicht im Skat liegt. Der Alleinspieler lässt den Skat unbesehen liegen und tauft sein Spiel "Grand, Schneider angesagt". Obwohl die Gegenspieler nur 15 Augen bekommen, verlangen sie Spielverlust für den Alleinspieler, weil dieser sich überreizt habe.

 Urteil:

Der Alleinspieler hat seinen einfachen Grand mit Schneider und Schwarz verloren. Ihm sind 192 Augen abzuschreiben. Nach ISkO 3.4.1 ist der Alleinspieler in jedem Fall zu einer gültigen Spielansage verpflichtet. Sie muss vollständig sein, d. h. auch ein Hand- oder Ouvertspiel muss angesagt werden, wenn es als Berechnungsstufe gewertet werden soll. Die bisherige Vorschrift der ISkO 3.4.9, dass bei Verzicht auf Skateinsicht die Voraussetzung für ein Handspiel auch ohne ausdrückliche Ansage erfüllt ist, wurde ersatzlos gestrichen. Die Gewinnstufen "Schneider angesagt" und "Schwarz angesagt" werden nur dann berechnet, wenn ein Handspiel angesagt wurde (SkO 5.2.5). Im vorliegenden Fall hat der Alleinspieler den Reizwert 80 gehalten und sein Spiel - ohne den Skat anzusehen - "Grand, Schneider angesagt" getauft. Da er das Handspiel nicht angesagt hat, kann es nach ISkO 3.4.1 auch nicht als Berechnungsstufe gewertet werden. Weil aber das Handspiel nicht gewertet werden kann, ist nach ISkO 5.2.5 auch die Ansage "Schneider" ungültig. Bei einem Reizwert von 80 hätte der Alleinspieler seinen einfachen Grand daher mit "Schwarz" gewinnen müssen.

 Das Skat-Gericht: Fall Nr. 004

Mittelhand wird bei einem Reizwert von 24 der Alleinspieler. Nach Skataufnahme drückt sie zwei Karten, legt ihre 10 Handkarten offen auf den Tisch und sagt gleichzeitig "Null" an. Obwohl das Spiel nicht zu verlieren ist, reklamieren die Gegenspieler und verlangen Spielverlust für den Alleinspieler, weil dieser sich überreizt hätte. Der Alleinspieler ist allerdings der Meinung, dass er durch das gleichzeitige Auflegen seiner Karten doch offensichtlich einen "Null Ouvert" habe.

 Urteil:

Der Alleinspieler hat ein Spiel verloren entsprechend der bei ihm vorhandenen oder fehlenden Spitzen, das mindestens den Reizwert 24 erreicht. Nach ISkO 3.4.1 ist der Alleinspieler in jedem Fall zu einer gültigen Spielansage verpflichtet. Sie muss vollständig sein, d. h. auch ein Hand- oder Ouvertspiel muss angesagt werden, wenn es als Berechnungsstufe gewertet werden soll. SkO 3.4.4 Satz 4 schreibt vor, dass die Ansage eines nicht mehr durchführbaren Nullspiels mit dem Verlust eines Spiels endet.

Wenn der Alleinspieler bei einer Reizhöhe von 24 "Null" ansagt, dann handelt es sich im Sinne der ISkO 3.4.4 um ein nicht mehr durchführbares Nullspiel. Bis zur Änderung von ISkO 3.4.1 war es nach der Regelauslegung des Skatgerichts zu ISkO 3.4.4/ 3.4.5 in diesem Falle statthaft, ein Spiel in der Gattung der Nullspiele, also "Null ouvert" anzusagen. Das ist durch die Regel Änderung zu ISkO 3.4.1 nicht mehr möglich, denn die Spielansage muss vollständig sein und ist unwiderruflich. Eine Ausnahme hiervon ist nur bei ungültigen Spielansagen möglich. Hierzu zählen nach ISkO 3.4.4 Satz 2 - und diese Aufzählung ist vollständig und nicht nur beispielhaft- nur die Ansage von Handspielen, von offenen Farbspielen, Grand ouvert und Gewinnstufen jeweils nach Skataufnahme. Durch das gleichzeitige Offenlegen seiner 10 Handkarten will der Alleinspieler das Spiel zwar offen spielen, hat es aber versäumt, es als "ouvert" anzusagen. Die bisherige Regelauslegung des Skatgerichts, dass bereits das bloße Auflegen der 10 Karten ausreicht, um ein Ouvertspiel zu begründen, ist durch die Änderung der ISkO 3.4.1 nicht mehr möglich.

ISkO 3.4.1 schreibt vor, dass ein Spiel nur so bewertet wird, wie es angesagt wurde. Jedem Nullspiel liegt ein beständiger Spielwert zugrunde (SkO 5.1.2). Bei einer Reizhöhe von 24 ist die Ansage "Null" zwar eine gültige Spielansage, die nicht im Widerspruch zu ISkO 3.4.4 steht, aber nicht mehr möglich. Eine Korrektur auf "Null ouvert" ist ausgeschlossen, da eine gültige Spielansage unabänderlich ist. Daher hat sich der Alleinspieler im vorliegenden Fall "überreizt". Bei überreizten Spielen hat der Alleinspieler ein Spiel anzusagen, das mindestens dem Reizwert und der Anzahl der vorhandenen oder fehlenden Spitzen entspricht. Im günstigsten Fall kann er mit einem schwarzen Buben ein Kreuzspiel ansagen, das mit 48 Minuspunkten bewertet wird.

Das Deutsche Skatgericht hat beschlossen, ISkO 3.4.1 konsequent und wortgetreu auszulegen, weil der Alleinspieler bei der Spielansage nicht unter Zeitdruck steht und damit die Möglichkeit hat, sein Spiel entsprechend des Reizwertes und der von ihm beanspruchten Gewinnstufen vollständig anzusagen.

 Das Skat-Gericht: Fall Nr. 005

Vorhand hat einen sicheren "Null ouvert-Hand" und erhält das Spiel mit gehaltenen 48. Ohne den Skat anzusehen, legt sie sofort die Karten offen auf den Tisch und sagt gleichzeitig "Null-Hand" an. Obwohl das Spiel unverlierbar ist, fordern die Gegenspieler Spielverlust für den Alleinspieler, weil dieser sich überreizt habe.

 Urteil:

Der Alleinspieler hat sein Null-Hand verloren, da dieses Spiel einen unveränderlichen Grundwert von 35 hat.Nach ISkO 3.4.1 ist der Alleinspieler in jedem Fall zu einer gültigen Spielansage verpflichtet. Sie muss vollständig sein, d. h. auch ein Hand- oder Ouvertspiel muss angesagt werden, wenn es als Berechnungsstufe gewertet werden soll. Die bisherige Vorschrift der ISkO 3.4.9, dass bei einem Handspiel bereits das bloße Auflegen der zehn Karten als Bekundung für ein offenes Spiel gilt, wurde ersatzlos gestrichen.

Im vorliegenden Fall hat der Alleinspieler sein Spiel bei einem Reizwert von 48 erhalten. Ohne den Skat aufzunehmen, hat er seine Karten aufgelegt und das Spiel "Null-Hand" getauft. Daher kann es auch nur als solches gewertet werden. Er hat es einwandfrei versäumt, sein Spiel vollständig als "Null ouvert-Hand" anzusagen und sich somit überreizt. Bei überreizten Spielen hat der Alleinspieler ein Spiel anzusagen, das mindestens dem Reizwert und der Anzahl der vorhandenen oder fehlenden Spitzen entspricht. Im günstigsten Fall kann er mit einem schwarzen Buben ein Kreuzspiel ansagen, das mit 96 Minuspunkten bewertet wird.

 Das Skat-Gericht: Fall Nr. 006

Mittelhand wird bei gereizten 20 der Alleinspieler. Sie nimmt den Skat auf, drückt ordnungsgemäß und sagt ihr Spiel an. Noch bevor Vorhand ausspielt, schaut sich der Alleinspieler noch einmal den Skat an und legt ihn unverändert wieder ab. Die Gegenspieler verlangen daraufhin Spielverlust für den Alleinspieler.

 Urteil:

Der Alleinspieler hat sein Spiel einfach verloren. Die Bestimmungen zu SkO 3.4.8 und 4.1.1 sind anlässlich des XXVII. Deutschen Skatkongresses am 21.11.98 in Halle/Saale geändert worden. Das Spiel beginnt nun nicht mehr mit dem Ausspiel von Vorhand, sondern nach SkO 4.1.1 bereits mit der Spielansage. Durch diese Änderung war auch SkO 3.4.8 dahingehend zu korrigieren, dass der Skat nach einer gültigen Spielansage weder angesehen noch verändert werden darf. Der Alleinspieler hat nach der Spielansage den Skat angesehen und damit gegen SkO 3.4.8 verstoßen. Er hat sein Spiel sofort einfach (nicht Schneider oder Schwarz) verloren.

 Das Skat-Gericht: Fall Nr. 007

Hinterhand wird mit gereizten 40 der Alleinspieler. Sie nimmt den Skat auf und findet so gut, dass sie alle 12 Karten offen auf den Tisch legt. Es ist einwandfrei für jeden Mitspieler zu erkennen, dass der Alleinspieler bei einem Null ouvert keinen Stich bekommen kann. Noch bevor er Drücken oder sein Spiel mit einer einschränkenden Erklärung ansagen kann, verlangt einer der Gegenspieler Spielverlust für den Alleinspieler. Er begründet den Spielverlust damit, dass der Alleinspieler vor der Spielansage seine Karten aufgelegt und damit ausgespielt hat.

 Urteil:

Der Alleinspieler kann seinen Null ouvert ansagen. Danach muss kann das Spiel durchgeführt und entsprechend seinem Ausgang gewertet werden.

Seit der Änderung der SkO 4.1.1, wonach das Spiel mit der Spielansage beginnt, kommt es leider immer wieder vor, dass im vorgenannten Streitfall ein Regelverstoß des Alleinspielers unterstellt wird. Ein Regelverstoß liegt aber einwandfrei nicht vor. Der Alleinspieler kann nur dann gegen SkO 4.1.3 verstoßen (unberechtigtes Ausspiel), wenn das Spiel begonnen hat. Das Spiel beginnt aber erst mit der Spielansage (SkO 4.1.1). Die Gegenspieler können vielmehr davon profitieren, dass sie alle Karten des Alleinspielers kennen; ein Nachteil kann ihnen dadurch keinesfalls entstehen. Der reklamierende Gegenspieler sucht nur ein fadenscheiniges Recht und handelt unsportlich. Er ist daher wegen Verstoß gegen SkO 4.5.2 zu verwarnen.

 Das Skat-Gericht: Fall Nr. 008

Beim Verteilen der Karten, Vorhand hat bereits 10 Karten, Mittelhand und Hinterhand bekommen noch jeweils drei Karten, hat der Kartengeber das Gefühl, eine unrichtige Kartenzahl verteilt zu haben. Beim Durchblättern der letzten Karten hat er den Eindruck, nur "5" statt 6 Karten in der Hand zu haben. Er reklamiert mit den Worten "Moment mal, ich habe mich vergeben". Daraufhin wirft Mittelhand ihre 7 Karten offen auf den Tisch. Der Kartengeber zählt nochmals seine in der Hand befindlichen Karten und stellt fest: "Die Karten stimmen doch". Der Spieler in Vorhand hat einen unverlierbaren Grand und verlangt, dass die restlichen Karten verteilt werden.

 Urteil:

Der Kartengeber muss neu geben.

Wird nach SkO 3.2.8 beim Geben durch den Kartengeber allein- oder mitverschuldet eine oder mehrere Karte(n) aufgeworfen, muss neu gegeben werden. Ohne die Aussage des Kartengebers "Moment mal, ich habe mich vergeben" hätte Mittelhand ihre Karten nicht offen auf den Tisch geworfen. Deshalb trifft den Kartengeber zumindest ein Mitverschulden. Dieses Mitverschulden ist nach Ansicht des Skatgerichts ausreichend, SkO 3.2.8 anzuwenden. Daher muss der gleiche Kartengeber neu geben.

 Das Skat-Gericht: Fall Nr. 009

Der Kartengeber auf Platz 1 verfolgt angespannt die hohen Reizwerte von Vorhand und Hinterhand. Vorhand wird Alleinspieler und tauft ihr Spiel "Grand Hand". Jetzt will der Kartengeber das 36. Spiel in die Liste eintragen und stellt dabei fest, dass er zweimal hintereinander gegeben hat und der Spieler auf Platz 4 ausgelassen wurde. Das 36. Spiel hat der Spieler auf Platz 3 gespielt und gewonnen. Der Kartengeber weigert sich das 36. Spiel einzutragen und verlangt, dass der Spieler auf Platz 4 dieses Spiel neu geben muss.

 Urteil:

Das 36. Spiel muss in die Liste eingetragen werden und das 37. Spiel wird durchgeführt und entsprechend seines Ausgangs gewertet.

Hatte ein Mitspieler gegeben, der nicht an der Reihe war, ist selbst ein beendetes Spiel - auch das letzte einer Runde - ungültig. Eine Runde gilt dann als abgeschlossen, wenn deren letztes Spiel ordnungsgemäß eingetragen oder dessen fehlerhafte bzw. fehlende Eintragung erst nach Beginn des ersten Spiels der nächsten Runde beanstandet wurde (SkO 3.2.11). Das erste Spiel der nächsten Runde beginnt mit der Spielansage (SkO 4.1.1). Ist eine falsche Geberfolge bereits in vorangegangenen Runden eingetreten, bleiben alle abgeschlossenen Runden gültig

Im vorliegenden Fall wurde das 37. Spiel ordnungsgemäß vom Kartengeber auf Platz 1 ausgeteilt. Der Alleinspieler wurde ermittelt und hat sein Spiel angesagt. Mit dieser Spielansage hat die neue Runde begonnen. Der Fehler der falschen Geberfolge im 36. Spiel ist erst danach aufgefallen. Eine Korrektur der vorangegangenen Runde ist jetzt nicht mehr möglich; die Beanstandung kommt zu spät. Der Listenführer muss das 36. Spiel dem Spieler auf Platz 3 gutschreiben.

 Das Skat-Gericht: Fall Nr. 010

Das Spiel ist nach dem 7. Stich noch nicht entschieden. Der Gegenspieler in Vorhand deckt seine restlichen 3 Karten mit der Bemerkung "Du machst keinen Stich mehr" auf. Er führt die beiden letzten im Spiel befindlichen Trumpfkarten und die Pik 7. Der Alleinspieler in Mittelhand hat keinen Trumpf und auch kein Pik auf der Hand. Der Gegenspieler in Hinterhand für noch Pik 8, Pik 9 und Pik Dame. Der Alleinspieler will die letzten 3 Stiche für sich beanspruchen, da der Gegenspieler in Vorhand nicht alle Stiche macht.

 Urteil:

Der Alleinspieler hat sein Spiel gewonnen.

Nach SkO 4.3.5 darf ein Gegenspieler bei einem Farb- oder Grandspiel nur dann offen spielen, wenn er unabhängig von Kartenstand und Spieldurchführung alle weiteren Stiche macht. Andernfalls gehören sie dem Alleinspieler.

Diese Bestimmung wurde anlässlich des XXVII. Deutschen Skatkongresses am 21.11.1998 in Halle/Saale geändert. Bis zum Inkrafttreten der neuen Vorschrift war es ausreichend, wenn die Gegenpartei unabhängig von Kartenstand und Spieldurchführung alle weiteren Stiche machte. Nach der geänderten und jetzt gültigen Bestimmung muss ein Gegenspieler, der offen spielt, selbst alle weiteren Stiche bekommen.

Im vorliegenden Fall kann der Gegenspieler in Vorhand nur die beiden Trumpfstiche machen. Da er noch Pik 7 führt und Hinterhand 3 höhere Pik-Karten hat, geht ein Stich an den Gegenspieler in Hinterhand. Damit verstößt Vorhand gegen SkO 4.3.5 und die restlichen 3 Stiche gehören dem Alleinspieler, der dadurch sein Spiel gewinnt.

 Das Skat-Gericht: Fall Nr. 011

Mittelhand wird mit gereizten 36 der Alleinspieler. Ohne den Skat aufzunehmen, tauft sie ihr Spiel nach kurzer Überlegung: "Grand Hand, Schwarz angesagt". Nach Beendigung des Spiels, der Alleinspieler hat alle Stiche bekommen, will der Listenführer die Gewinnstufen Schneider angesagt und Schwarz angesagt nicht in die Spielliste eintragen. Als Begründung gibt er an, dass der Alleinspieler die Gewinnstufe Schneider nicht angesagt hat und damit auch die Ansage "Schwarz angesagt" ungültig sei. Der Alleinspieler behauptet, dass in der Ansage "Schwarz" automatisch auch Schneider enthalten sein muss.

 Urteil:

Entgegen bisheriger Auslegung des Skatgerichts seit Jahresbeginn bekommt der Alleinspieler seinen Grand Hand einschließlich der Gewinnstufen Schneider, Schneider angesagt, Schwarz und Schwarz angesagt gutgeschrieben.

Nach SkO 3.4.1 muss die Spielansage vollständig sein, d. h. auch ein Hand- oder Ouvertspiel muss angesagt werden, wenn es als Berechnungsstufe gewertet werden soll. Schneider angesagt oder Schwarz angesagt wird nach SkO 5.2.5 nur dann berechnet, wenn der Alleinspieler bei einem Handspiel die betreffende Gewinnstufe tatsächlich angesagt hat. Die Skatordnung unterscheidet zwischen den Berechnungsstufen (SkO 3.4.1) und den Gewinnstufen (SkO 5.2.5). Dabei ist es für die Berechnung der Gewinnstufe Schneider angesagt oder Schwarz angesagt unabdingbare Voraussetzung, dass eine vollständige Spielansage nach SkO 3.4.1 stattgefunden hat, d. h. die Gewinnstufen kommen ausnahmslos nur in Verbindung mit einem angesagten Handspiel in Betracht.

Das Deutsche Skatgericht hat in seiner Sitzung am 24.09.1999 in Baunatal entschieden, dass die Ansage der Gewinnstufe Schwarz auch die Gewinnstufe Schneider beinhaltet. Ein Widerspruch zur vollständigen Spielansage nach SkO 3.4.1 ergibt sich hierdurch nicht, denn die Spielansage nach SkO 3.4.1 beinhaltet die Ansage des Spiels in der jeweiligen Spielklasse. In SkO 2.1.1 und 2.1.2 sind alle möglichen Spiele mit und ohne Skataufnahme aufgeführt, nämlich die Farbspiele, die Grandspiele und die Nullspiele jeweils mit der Möglichkeit Hand und offen. Schneider und Schwarz gehören dagegen in die Kategorie der Gewinnstufen (SkO 5.2.1). Berechnungs- und Gewinnstufen sind damit in der Skatordnung eindeutig getrennt und dürfen nicht miteinander vermischt werden.

Die Schiedsrichter-Obleute der Landesverbände, die sich ebenfalls für diese Auslegung ausgesprochen und eingesetzt hatten, haben anlässlich ihres Treffens mit dem Deutschen Skatgericht am 25.09.99 in Baunatal, an dem auch ein Vertreter der ISPA teilgenommen hat, die Entscheidung des Skatgerichts begrüßt.

 Das Skat-Gericht: Fall Nr. 012

Der Alleinspieler in Hinterhand spielt Kreuz. Vorhand eröffnet mit Karo As, Mittelhand bedient mit Karo 7. Der Alleinspieler, der kein Karo führt, "sticht" mit Pik Dame, zieht den Stich ein und spielt anschließend zum nächsten Stich aus. Nach Beendigung des Spiels, die Karten sind noch ordnungsgemäß abgelegt, sagt der Kartengeber zum Alleinspieler: "Du hast den 1. Stich mit der Pik Dame gestochen, obwohl Kreuz Trumpf war und danach unberechtigt ausgespielt". Der Alleinspieler schaut sich den 1. Stich an und bestätigt die Aussage des Kartengebers. Die Gegenspieler, die 45 Augen bekommen haben, reklamieren jetzt auf Spielverlust für den Alleinspieler.

 Urteil:

Der Alleinspieler hat sein Spiel gewonnen.

Nach SkO 4.5.10 sind Verstöße gegen die Skatordnung von jedem Teilnehmer sofort zu beanstanden. Wird unberechtigtes Ausspielen erst bemerkt oder beanstandet, nachdem der Stich vollendet ist, muss nach ISkO 4.1.7 auf rechtmäßiges Ausspielen erkannt werden.

Im vorliegenden Fall hat der Kartengeber den Regelverstoß (unberechtigtes Ausspielen) erst nach Beendigung des Spiels und damit zu spät reklamiert. Im Nachhinein kann nur auf rechtmäßiges Ausspielen erkannt werden. Der vom Alleinspieler unberechtigt eingezogene 1. Stich ist der Gegenpartei auszuhändigen. Da die Gegenspieler mit diesem Stich lediglich 59 Augen erreichen, hat der Alleinspieler sein Spiel gewonnen.

 Das Skat-Gericht: Fall Nr. 013

Hinterhand wird bei gereizten 35 Alleinspieler und tauft nach Skataufnahme und Drücken mit folgenden Karten einen Grand: Kreuz-, Pik- und Herz-Bube, Kreuz-Ass, Pik-Ass, Herz-Ass, Karo-10, -König, -Dame und -9. Vorhand eröffnet das Spiel mit Karo-Ass, Mittelhand bedient Karo-8. Hinterhand legt die Karo-9 und deckt gleichzeitig ihre Karten mit der Bemerkung »Ihr seid Schneider und bekommt keinen Stich mehr« auf. Vorhand spielt jetzt Karo-7, die von Mittelhand mit Karo-Buben gestochen wird. Die Gegenspieler verlangen Spielverlust für den Alleinspieler. Der Alleinspieler beansprucht Spielgewinn in der Stufe "Schneider", da die Gegenspieler lediglich 16 Augen bekommen können.

 Urteil:

Der Alleinspieler hat sein Spiel einfach verloren.

Nach ISkO 4.3.4 zeigt der Alleinspieler durch das Auflegen oder Vorzeigen seiner Karten während eines Farb- oder Grandspiels ohne Abgabe einer zutreffenden Erklärung an, dass er alle weiteren Stiche macht. Trifft das nicht zu, so gehören alle Reststiche den Gegenspielern. Die Bestimmungen 4.1.3 bis 4.1.6 gelten entsprechend.

Der Alleinspieler hat nach dem ersten Stich seine Karten aufgedeckt und gleichzeitig eine Erklärung abgegeben. Diese Erklärung war aber nicht zutreffend, da er auch den zweiten Stich abgeben musste. Der Alleinspieler hat damit einen Regelverstoß begangen, auch wenn die Gegenspieler nachweislich nicht aus dem "Schneider" waren. Durch den Regelverstoß gehören nach ISkO 4.3.4 alle Reststiche den Gegenspielern.

Allerdings verliert der Alleinspieler nicht in der Gewinnstufe "Schwarz", weil er keinen Stich bekommen hat. Vielmehr besagt ISkO 4.1.4, dass bei Regelverstößen vor der Spielentscheidung, die schuldige Partei in der Stufe einfach verliert.

 Das Skat-Gericht: Fall Nr. 014

Der Alleinspieler in Hinterhand drückt Herz-Ass und Karo-Ass und sagt mit Kreuz-Ass, -9, -8 und -7, Pik-Ass -9, -8 und -7, Herz-10 und Karo-10 einen Grand an. Nach den ersten vier Stichen hat er bereits 84 Augen. Jetzt wirft einer der Gegenspieler seine Karten ohne Abgabe einer Erklärung offen auf den Tisch, weil das Spiel nach den eingebrachten Augen für den Alleinspieler gewonnen ist. Der Alleinspieler und der andere Gegenspieler zeigen nun ebenfalls ihre restlichen Karten. Obwohl alle Mitspieler erkennen, dass der Alleinspieler keinen Stich mehr bekommen hätte, beansprucht dieser Spielgewinn mit den Gewinnstufen Schneider und Schwarz. Die Gegenpartei behauptet aber, dass man keinen Grand ohne vieren mit Schwarz gewinnen kann.

 Urteil:

Der Alleinspieler hat seinen Grand ohne vieren mit den Gewinnstufen Schneider und Schwarz gewonnen.

Das offene Hinwerfen der Karten ist - ohne Abgabe einer Erklärung - als Spielaufgabe zu werten. Nach ISkO 4.3.6 beendet offenes Hinwerfen der Karten das Spiel für die schuldige Partei mit den von ihr bis dahin eingebrachten Augen. Da die Gegenspieler zum Zeitpunkt der Spielaufgabe noch keinen Stich hatten, erhält der Alleinspieler seinen Grand ohne vieren mit den Gewinnstufen Schneider und Schwarz (168 Punkte) gutgeschrieben.

 Das Skat-Gericht: Fall Nr. 015

Der Alleinspieler spielt einen Grand und erhält die ersten drei Stiche. Beim vierten Stich bedient der Gegenspieler in Hinterhand nicht die geforderte Farbe. Er bemerkt seinen Fehler sofort und wirft seine restlichen Karten mit der Bemerkung »Ich habe nicht bedient« offen auf den Tisch. Der Alleinspieler will nun seinen Grand mit den Gewinnstufen Schneider und Schwarz gewonnen haben, weil die Gegenpartei zu diesem Zeitpunkt noch keinen Stich hatte. Hinterhand ist damit nicht einverstanden.

 Urteil:

Der Alleinspieler hat sein Spiel einfach (nicht Schneider oder Schwarz) gewonnen.

Hat jemand eine ausgespielte Farbe oder geforderten Trumpf nicht bedient, obwohl es möglich war, gilt das als falsches Bedienen. In diesem Fall ist das Spiel sofort beendet und nach den Bestimmungen 4.1.3 bis 4.1.6 zu entscheiden. (SkO 4.2.3 Satz 1).

Bei einem Regelverstoß sind die Vorschriften zu ISkO 4.1.3 bis 4.1.6 anzuwenden. In diesem Fall ISkO 4.1.4, wonach das Spiel bei einem Regelverstoß für die schuldige Partei in der Stufe einfach (nicht Schneider oder Schwarz) als verloren gilt. Eine Ausnahmeregelung bietet ISkO 4.1.5 für den Fall, dass der Alleinspieler gezwungen ist, eine höhere Gewinnstufe zu erreichen. Im vorliegenden Fall hat Hinterhand ihren Spielfehler sofort bemerkt und mit der Aussage »Ich habe nicht bedient« ihre Karten offen auf den Tisch geworfen. Sie war der Annahme, dass durch den Regelverstoß (nicht bedienen) das Spiel zugunsten des Alleinspielers beendet sei. Dabei handelt es sich keinesfalls um eine Spielaufgabe nach ISkO 4.3.6, wonach alle Reststiche dem Alleinspieler gehören würden, sondern vielmehr um die logische Konsequenz aus einem Regelverstoß.

Der Alleinspieler kann auch Weiterspiel verlangen, wenn er eine höhere Gewinnstufe erreichen möchte. Dann zählt der Regelverstoß von Hinterhand als nicht begangen (SkO 4.1.6). In diesem Fall nimmt Hinterhand ihre Karten wieder auf und das Spiel wird normal durchgeführt und seinem Ausgang entsprechend gewertet.

 Das Skat-Gericht: Fall Nr. 016

Beim Verteilen der Karten, Vorhand hat bereits 10 Karten, Mittel- und Hinterhand bekommen noch jeweils drei Karten, hat der Kartengeber das Gefühl, eine unrichtige Kartenzahl verteilt zu haben. Beim Durchblättern der letzten Karten hat er den Eindruck, nur 5 statt 6 Karten in der Hand zu haben. Er reklamiert mit den Worten "Moment mal, ich habe mich vergeben". Daraufhin wirft Mittelhand ihre 7 Karten offen auf den Tisch. Der Kartengeber zählt nochmals seine in der Hand befindlichen Karten und stellt fest: "Die Karten stimmen doch". Der Spieler in Vorhand hat einen unverlierbaren Grand und verlangt, dass die restlichen Karten verteilt werden.

 Urteil:

Ohne die Aussage des Kartengebers "vergeben" hätte Mittelhand ihre Karten nicht offen auf den Tisch geworfen. Da die Karten durch die Mitschuld des Gebers sichtbar geworden sind, müssen die Karten vom gleichen Kartengeber nochmals verteilt werden (SkO 3.2.8).

 Das Skat-Gericht: Fall Nr. 017

Mittelhand wird mit gereizten 24 der Alleinspieler und nimmt den Skat auf. Als sie die zum Drücken vorgesehenen Karten - von den übrigen getrennt - noch in der Hand hält und diese einsehen kann, sagt sie ein Kreuzspiel an. Ein Gegenspieler reklamiert sofort, dass der Alleinspieler das Spiel verloren habe, weil er nach der Spielansage in den Skat geschaut hätte. Er beruft sich dabei auf ISkO 3.4.8, wonach der Skat nach einer gültigen Spielansage weder angesehen noch verändert werden darf. Der Alleinspieler ist damit nicht einverstanden.

 Urteil:

Der Alleinspieler kann sein Spiel durchführen, das seinem Ausgang entsprechend gewertet wird.

Anlässlich des XXVII. Deutschen Skatkongresses am 21.11.1998 in Halle/Saale wurde u. a. ISkO 4.1.1 dahingehend geändert, dass das Spiel mit der Spielansage und nicht mehr mit dem Ausspielen von Vorhand beginnt. Demzufolge war auch ISkO 3.4.8 zu korrigieren. War es bis zur Regeländerung gestattet nach der Spielansage und vor dem Ausspielen von Vorhand nochmals in den Skat zu sehen, so darf nach der jetzt gültigen Vorschrift der Skat nach der Spielansage weder angesehen noch verändert werden.

Das Deutsche Skatgericht interpretiert ISkO 3.4.8 dahingehend, dass nach einer gültigen Spielansage der abgelegte Skat weder angesehen noch verändert werden darf. Danach liegt ein Regelverstoß erst dann vor, wenn der abgelegte Skat nochmals angesehen oder verändert wird.

Im vorliegenden Fall hatte der Alleinspieler den Skat noch nicht abgelegt, als er sein Spiel ansagte. Da er somit keinen Regelverstoss begangen hat, wird das Spiel normal durchgeführt und seinem Ausgang entsprechend gewertet.

 Das Skat-Gericht: Fall Nr. 018

Mittelhand wird mit gereizten 27 der Alleinspieler und nimmt den Skat auf. Sie drückt ordnungsgemäß und sagt, während sie die Karten auflegt, einen »Null ouvert-Hand« an. Die Gegenspieler verlangen sofort Spielverlust für den Alleinspieler, weil er ein Handspiel angesagt habe, obwohl er Skat aufgenommen hat. Der Alleinspieler bestreitet, dass seine »Handansage« nach Skataufnahme zum Spielverlust führen würde.

 Urteil:

Der Alleinspieler kann sein Spiel durchführen, das seinem Ausgang entsprechend gewertet wird.

Nach ISkO 3.4.4 ist eine Spielansage ungültig, wenn sie in einem für alle Mitspieler erkennbaren Widerspruch zu grundlegenden Spielbedingungen steht. Darunter fallen die Ansage eines Handspiels, von offenen Farbspielen, Grand ouvert und Gewinnstufen jeweils nach Skataufnahme. Umdrücken des Skats und Umbenennen eines Spiels sind nicht statthaft. Eine ungültige Spielansage – nicht strafbar – ist sofort zu korrigieren. Dabei muss das angesagte Spiel innerhalb derselben Spielgattung erhalten bleiben (ISkO 3.4.5). Bei Handspielen bleibt der Skat unbesehen liegen (ISkO 2.2.3 Satz 1).

Da der Alleinspieler den Skat aufgenommen hat, ist für alle Mitspieler erkennbar, dass die Ansage »Null ouvert-Hand« eine ungültige Spielansage ist. Mittelhand muss allerdings ein Spiel innerhalb derselben Spielgattung durchführen. Sie kann bei einem Reizwert von 27 ihren Null ouvert spielen, der seinem Ausgang entsprechend gewertet wird.

 Das Skat-Gericht: Fall Nr. 019

In der Absicht einen Null ouvert zu spielen, legt der Alleinspieler nach Skataufnahme seine Karten offen auf den Tisch, ohne ein Spiel anzusagen. Zunächst liegen neun Karten offen und drei Karten als Skat verdeckt auf dem Tisch. Einer der Gegenspieler sieht das und erklärt das Spiel für den Alleinspieler als verloren. Daraufhin korrigiert der Alleinspieler den Skat und sagt »Null ouvert« an. Die Gegenspieler sind der Meinung, weil der Alleinspieler die Karten offen den Tisch gelegt hat, könne er den Skat nicht mehr ändern, auch wenn von ihm das Spiel noch nicht angesagt worden ist. Der Alleinspieler ist mit dem Spielverlust nicht einverstanden und will sein Spiel durchführen.

 Urteil:

Der Alleinspieler kann sein Spiel durchführen, das seinem Ausgang entsprechend gewertet wird.

Nach ISkO 3.4.8 darf der abgelegte Skat nach der Spielansage weder angesehen noch verändert werden.

Es ist zwar außergewöhnlich, dass ein Alleinspieler noch vor der Spielansage seine Karten offen auf den Tisch legt, es hat aber keine nachteiligen Folgen für ihn. Dass zunächst drei Karten im Skat liegen, ist ebenfalls unerheblich, weil noch keine Spielansage erfolgt ist. Erst nach einer gültigen Spielansage darf der Skat entsprechend ISkO 3.4.8 nicht mehr verändert werden. Vor einer Spielansage ist das dem Alleinspieler gestattet, unabhängig davon, ob er seine Karten verdeckt in der Hand behält oder offen auf den Tisch legt. Ein Nachteil für die Gegenpartei entsteht dadurch nicht.

In dem geschilderten Fall durfte der Alleinspieler zwei beliebige Karten drücken, einen Null ouvert ansagen und das Spiel durchführen.

 Das Skat-Gericht: Fall Nr. 020

Vorhand erhält bei gereizten 59 das Spiel. Er lässt den Skat liegen, tauft »Grand» und spielt den Pik-Buben aus. Beim Ausspiel fällt ihm ein, dass er vergessen hat, »Hand« anzusagen. Als Mittelhand den Kreuz-Buben legt, sagt Hinterhand: „Jetzt musst du uns »Schneider« spielen“. Der Alleinspieler verlangt nun sofortigen Spielgewinn wegen Kartenverrat.

 Urteil:

Der Alleinspieler hat sein Spiel »Grand« mit der Gewinnstufe Schneider (ohne die Stufe Hand) gewonnen.

Nach ISkO 4.2.9 haben sich alle Mitspieler jeglicher Äußerungen und Gesten zu enthalten, die geeignet sind, die Karten zu verraten oder den Spielverlauf zu beeinträchtigen. Bei Verstößen ergeben sich Konsequenzen aus den Bestimmungen 4.1.3 bis 4.1.6.

Obwohl die Äußerung von Hinterhand »Jetzt musst du Schneider spielen« zutraf, ist diese Bemerkung ein Eingriff in das laufende Spiel und nach 4.2.9 als Regelverstoß zu bewerten. Mittelhand wurde durch die Äußerung von Hinterhand klar und deutlich darauf aufmerksam gemacht, dass zum Spielverlust für den Alleinspieler lediglich 31 Augen benötigt werden.

Ist der Alleinspieler nach ISkO 4.1.5 gezwungen, eine höhere Gewinnstufe zu erreichen, muss ihm bei unberechtigtem Ausspielen, einem anderen Regelverstoß oder bei Spielaufgabe jeweils durch einen Gegenspieler die fällige Gewinnstufe ausnahmsweise zuerkannt werden, sofern diese noch nicht von den Gegenspielern erreicht wurde (siehe aber 5.4.3)

Da der Alleinspieler die Ansage »Hand« nicht vorgenommen hat, kann diese auch nicht als Berechnungsstufe nach ISkO 3.4.1 gewertet werden. Durch die fehlende »Handansage« ist der Alleinspieler gezwungen die Gegenpartei im »Schneider« zu halten. Da die Gegenpartei zum Zeitpunkt des Regelverstoßes noch im Schneider war, muss dem Alleinspieler ausnahmsweise die Gewinnstufe »Schneider« zuerkannt werden.

 Das Skat-Gericht: Fall Nr. 021

Der Alleinspieler in Hinterhand hat einen Grand mit vier Buben, fünf Herzkarten von oben und einer Karo-Lusche. Er gibt allenfalls einen Stich ab. Vorhand zieht Kreuz-Ass an, das Mittelhand mit Kreuz-Dame bedient. Ohne eine Karte zuzulegen, zieht der Alleinspieler beide Karten ein. Er spielt den Pik-Buben aus und bemerkt nach dem Ausspielen, dass er beim ersten Stich nicht gestochen hat. Deshalb legt er die beiden eingezogenen Karten offen auf den Tisch und sticht mit Karo-Buben ein. Die Gegenspieler protestieren, werfen die Karten verdeckt auf den Tisch und erklären den Alleinspieler zum Verlierer.

 Urteil:

Der Alleinspieler hat sein Spiel »Grand« mit der Gewinnstufe Schneider (ohne die Stufe Hand) gewonnen. Nach ISkO 4.4.1 besteht ein Stich aus je einer Karte von Vorhand, Mittelhand und Hinterhand. Er ist vollendet, sobald die dritte Karte auf dem Tisch liegt.

Ein Stich ist somit erst vollendet, wenn Hinterhand die dritte Karte zugelegt hat. Wenn der Alleinspieler, wie im vorliegenden Fall, in Hinterhand seine Karte zur Vervollständigung des Stiches versehentlich nicht zugegeben hat, muss man ihm die Möglichkeit geben, das nachzuholen, auch wenn von ihm bereits zum nächsten Stich ausgespielt wurde. Das Einziehen eines nicht kompletten Stiches und das Ausspielen zum nächsten Stich begründet nicht automatisch den Spielverlust für den voreilig Ausspielenden. Ein Spielverlust tritt nur dann ein, wenn durch die fehlende Karte ein anderer Spieler den Stich macht. Dann ist das Spiel wegen unberechtigtem Ausspiel zu Gunsten der fehlerfreien Partei beendet.

Aus der geschilderten Situation ist klar ersichtlich, dass dem Alleinspieler dadurch kein Vorteil und den Gegenspielern kein Nachteil entsteht. Da der erste Stich nach Vervollständigung dem Alleinspieler gehört, ist dieser auch ausspielberechtigt. Das Spiel wird daher in der üblichen Weise durchgeführt und seinem Ausgang entsprechend gewertet. Wäre der Fehler erst nach dem zweiten Stich aufgefallen, hätte der Alleinspieler nach ISkO 4.2.6 das Spiel verloren, weil er im Laufe des Spiels zu viele Karten hatte, da er es versäumt hat, im ersten Stich eine Karte zuzugeben.

 Das Skat-Gericht: Fall Nr. 022

Mittelhand spielt bei gereizten 22 mit der blanken Pik-8 einen Null-Hand. Vorhand spielt Pik-7 aus. Der Alleinspieler legt seine blanke 8 und Hinterhand eine Fehlfarbe dazu, da sie kein Pik führt. Vorhand zieht daraufhin den Stich ein und spielt die Pik-9 aus. Jetzt bemerkt der Gegenspieler in Hinterhand, dass der Alleinspieler den ersten Stich übernommen und damit das Spiel verloren hat. Der Alleinspieler behauptet, das Spiel dennoch gewonnen zu haben, weil Vorhand den ersten Stich eingezogen und danach unberechtigt ausgespielt hat.

 Urteil:

Der Alleinspieler hat sein Spiel verloren.

Nach ISkO 5.2.7 ist ein Nullspiel für den Alleinspieler gewonnen, wenn er keinen Stich macht. In dem geschilderten Fall hat der Alleinspieler den ersten Stich übernommen. Da der Gegenspieler in Hinterhand die ausgespielte Farbe nicht führte, war das Spiel zu diesem Zeitpunkt für den Alleinspieler verloren. Dabei ist es unerheblich, ob die Gegenspieler das Übernehmen des ersten Stiches durch den Alleinspieler bemerkt oder nicht bemerkt haben. Das Einziehen des ersten Stiches durch einen Gegenspieler und das erneute Ausspielen von Vorhand zum zweiten Stich haben auf die Bewertung des bereits beim ersten Stich verlorenen Spiels keinen Einfluss mehr.

 Das Skat-Gericht: Fall Nr. 023

Mittelhand wird Alleinspieler, nimmt den Skat auf und legt eine Karte davon verdeckt auf den Tisch zurück. Nach längerem Überlegen legt der Alleinspieler zwei weitere Karten verdeckt und etwas separat von der ersten Karte auf den Tisch. Nach der Spielansage will der Alleinspieler die zuerst abgelegte Karte aufnehmen und ausspielen. Die Gegenspieler verlangen Spielverlust für den Alleinspieler.

 Urteil:

Der Alleinspieler hat sein Spiel verloren.

Nach ISkO 3.4.6 bedeutet eine Spielansage mit mehr oder weniger als zehn Handkarten, sofern ordnungsgemäß gegeben wurde, Spielverlust in der Stufe einfach (nicht Schneider oder Schwarz). Eine vor der Spielansage ausgespielte Karte gilt – ebenso wie die bei „Ouvertspielen“ aufgelegten Karten – noch als Handkarte.

Der Alleinspieler hatte bei der Spielansage nur neun Karten auf der Hand, weil er drei Karten verdeckt auf dem Tisch abgelegt hatte. Da nur eine ausgespielte Karte als Handkarte zählt, hat er sein Spiel verloren. Dabei ist es unerheblich, dass er eine von den drei Karten nach der Spielansage ausspielen wollte.

 Das Skat-Gericht: Fall Nr. 024

Hinterhand wird Alleinspieler, nimmt den Skat auf, drückt Kreuz-9 und Karo-8 und hat dann mit Kreuz-Bube, Pik-Bube und Karo-Bube, Kreuz-Ass, Herz-Ass, Herz-10, Herz-Dame, Herz-9, Herz-8 und Karo-Ass einen unverlierbaren Grand. Noch bevor Vorhand ausspielt, zeigt der Alleinspieler seine Karten und sagt: „Schneider, Schwarz“. Jetzt zeigt auch der Gegenspieler in Mittelhand seine Karten mit der Bemerkung, er habe kein Karo, aber den Herz-Buben. Der Alleinspieler habe sein Spiel verloren, weil er die Gegenspieler nicht »Schwarz« spielen kann. Der Alleinspieler will sein Spiel in jedem Fall gewonnen haben, weil er die Äußerung von Mittelhand als Kartenverrat wertet.

 Urteil:

Der Alleinspieler hat seinen Grand mit zweien (nicht Schneider oder Schwarz) verloren.

Nach ISkO 4.3.4 zeigt der Alleinspieler durch das Auflegen oder Vorzeigen seiner Karten während eines Farb- oder Grandspiels ohne Abgabe einer zutreffenden Erklärung an, dass er alle weiteren Stiche macht. Trifft das nicht zu, so gehören alle Reststiche den Gegenspielern. Alle Mitspieler haben sich nach ISkO 4.2.9 jeglicher Äußerungen und Gesten zu enthalten, die geeignet sind, die Karten zu verraten oder den Spielverlauf zu beeinträchtigen.

In dem geschilderten Fall hat der Alleinspieler unklug und unüberlegt gehandelt, als er voreilig seine Karten aufgedeckt und eine nicht zutreffende Erklärung abgegeben hat. Er hat den Gegenspielern keine Möglichkeit gegeben, durch den Spielverlauf den Nachweis zu erbringen, ob sie einen Stich bekommen hätten. Er hätte solange mit dem Auflegen der Karten warten müssen, bis er am Spiel war und einwandfrei feststand, dass die Gegenpartei keinen Stich erhalten kann. Die Aussage von Mittelhand: »Ich habe kein Karo aber den Herz-Buben« ist erst durch die Handlungsweise des Alleinspielers entstanden, der Mittelhand zu der Äußerung provoziert hat. Die Aussage von Mittelhand wäre sicherlich nicht erfolgt, wenn der Alleinspieler nicht voreilig seine Karten gezeigt hätte. Er muss demnach auch die daraus entstehenden Konsequenzen tragen. In diesem Fall kann die Aussage von Mittelhand nicht als Kartenverrat und somit als Verstoß gegen ISkO 4.2.9 gewertet werden.

 Das Skat-Gericht: Fall Nr. 025

Der Spieler in Hinterhand sagt, ohne den Reizvorgang abzuwarten, Grand Hand an. Mit der Bemerkung, ihr kommt raus, zeigt er dabei alle seine Karten. Der Spieler in Vorhand ist mit dieser Spielabkürzung nicht einverstanden, da nicht gereizt wurde und somit Hinterhand auch nicht Alleinspieler geworden ist. Er beansprucht, dass Hinterhand wegen Kartenverrat vom Reizen ausgeschlossen wird. Hinterhand ist dagegen der Meinung, dass ein Grand Hand immer vorgeht.

 Urteil:

Wenn keiner der Mitspieler ein höheres Gebot abgeben oder das von Hinterhand abgegebene Gebot (Mindestgebot für Grand Hand = 72) halten kann, muss der Hinterhandspieler sein Spiel als Grand Hand durchführen. Es wird seinem Ausgang entsprechend gewertet.

Es kommt verhältnismäßig oft vor, dass ein Spieler, wenn er einen Grand Hand hat, das Spiel ansagt, ohne den Reizvorgang abzuwarten. Ein Grand Hand hat mindestens einen Spielwert von 72 und es kommt erfahrungsgemäß ganz selten vor, dass zwei Spieler bis zu diesem Wert reizen.

Gemäß ISkO 3.3.1 ist nach dem Geben durch das Reizen – Bieten und Halten von Spielwerten – der Alleinspieler zu ermitteln. Alleinspieler wird stets derjenige, der den höchsten Reizwert geboten oder gehalten hat. Mit seiner voreiligen Aussage »Grand Hand« kann Hinterhand nicht verhindern, dass der Reizvorgang (Mittelhand reizt Vorhand) abgebrochen bzw. nicht aufgenommen wird. Mittelhand kann den Reizvorgang beginnen oder passen. Wenn Mittelhand passt, muss Vorhand entscheiden, ob sie das Gebot von Hinterhand (72) hält oder ebenfalls passt. Falls das Gebot von Vorhand gehalten wird, muss Hinterhand entscheiden, ob sie höher reizen kann oder passen muss. In jedem Fall hat sich Hinterhand mit seiner voreiligen Aussage »Grand Hand« an eine Spielansage gebunden, die sie, falls sie Alleinspieler wird, in jedem Fall durchführen muss. Wenn Hinterhand Alleinspieler geworden ist, ist das Aufdecken der Karten eine erlaubte Spielabkürzung. Mit der einschränkenden Erklärung »Ihr kommt höchstens raus« zeigt der Alleinspieler an, dass er nicht alle Stiche machen, sondern nur sein Spiel gewinnen will.

 Das Skat-Gericht: Fall Nr. 026

Hinterhand spielt Null ouvert und kann nur mit Herz Ass zu viert einen Stich machen. Vorhand hat vier Herzkarten dagegen und spielt eine davon aus. Als diese Karte auf dem Tisch liegt, fragt Mittelhand den Alleinspieler: „Welche Karten hast Du gedrückt?“ Der Alleinspieler nimmt seine gedrückten Karten auf und zeigt sie der Gegenpartei. Daraufhin wirft Mittelhand ihre Karten offen auf den Tisch. Der Alleinspieler will nun sein Spiel wegen Spielaufgabe gewonnen haben. Der Gegenspieler in Vorhand protestiert, weil er mit seinen vier Herzkarten den Alleinspieler immer ans Spiel gebracht hätte. Außerdem sei es verboten, den Skat nach dem Ausspiel noch einmal aufzunehmen.

 Urteil:

Der Alleinspieler hat sein Spiel wegen Spielaufgabe von Mittelhand gewonnen.

Mittelhand hat offensichtlich nicht erkannt, dass der Null ouvert über die vier Herzkarten für den Alleinspieler zu verlieren ist. Seine Frage nach den gedrückten Karten wäre sonst erst erfolgt, nachdem er eine Fehlkarte beigegeben hätte. Daher muss die Nachfrage von Mittelhand als Spielaufgabe gewertet werden. Diese Spielaufgabe muss von allen Gegenspielern mit getragen werden (gemeinsame Haftung nach ISkO 4.3.3)

Das Vorzeigen der gedrückten Karten durch den Alleinspieler ist zu diesem Zeitpunkt kein Regelverstoß mehr, da Mittelhand bereits das Spiel aufgegeben hatte. Durch das Wegwerfen ihrer Karten hat Mittelhand ihre Spielaufgabe sogar bekräftigt. Vorhand hätte die Spielaufgabe von Mittelhand vermeiden können, wenn sie ihre vier Herzkarten sofort offen gezeigt (erlaubte Spielabkürzung) und damit den Spielverlust des Alleinspielers nachgewiesen hätte.

 Das Skat-Gericht: Fall Nr. 027

Nachdem die Gegenspieler 35 Augen haben, legt der Alleinspieler seine Karten mit der Bemerkung »Ihr seid aus dem Schneider und ich gewinne« offen auf den Tisch. Das Spiel ist zu diesem Zeitpunkt noch nicht entschieden. Nachdem einer der Gegenspieler bemerkt, dass er noch einen Stich bekommt, verlangt er Spielverlust für den Alleinspieler. Mit diesem Stich würden die Gegenspieler zwar keine 60 Augen bekommen, sie reklamieren aber, dass der Alleinspieler bei einem abgekürzten Spiel eine zutreffende Erklärung abgeben muss. In diesem Fall »Ihr bekommt noch einen Stich und ich gewinne«. Die Gegenspieler wussten selbst, dass sie aus dem Schneider waren. Der Alleinspieler ist der Meinung, dass er auch mit seinen Worten eine zutreffende Erklärung abgegeben hat.

 Urteil:

Der Alleinspieler hat sein Spiel gewonnen.

Nach ISkO 4.3.4 zeigt der Alleinspieler durch das Auflegen oder Vorzeigen seiner Karten während eines Farb- oder Grandspiels ohne Abgabe einer zutreffenden Erklärung an, dass er alle weiteren Stiche macht. Trifft das nicht zu, gehören alle Reststiche den Gegenspielern.

In diesem Fall hat der Alleinspieler eine Erklärung abgegeben, aus der zweifelsfrei zu entnehmen ist, dass er keineswegs die Absicht hatte, alle Stiche zu machen. Vielmehr wollte er den Gegenspielern nur das Weiterspielen erleichtern bzw. nachweisen, dass er sein Spiel unverlierbar ist. Seine Aussage ist daher als zutreffende Erklärung zu werten. Hätte er lediglich bemerkt, dass die Gegenspieler aus dem Schneider sind, hätte er alle Reststiche machen müssen. In vorliegenden Fall wären die Reststiche somit an die Gegenspieler gegangen und der Alleinspieler hätte sein Spiel verloren.

Nach Meinung des Internationalen Skatgerichts ist es bei abgekürzten Spielen nicht möglich, jede zutreffende oder nicht zutreffende Aussage im Wortlaut genau festzulegen, zumal die Aussagen regional unterschiedlich ausgelegt werden. Es ist nach den Skatregeln absolut ausreichend, wenn der Alleinspieler eine Erklärung abgibt, aus der zu entnehmen ist, dass er sein Spiel gewinnt. In dem genannten Fall hat er eine solche Erklärung abgegeben.

 Das Skat-Gericht: Fall Nr. 028

Der Alleinspieler spielt zum Null seine blanke Kreuz 8 aus. Der Gegenspieler in Mittelhand übernimmt mit Kreuz 10 und Hinterhand greift zu Herz Ass, obwohl sie Kreuz Bube führt. Der Kartengeber, der Hinterhand in die Karten schaut, sagt sofort: »Halt du musst bedienen«. Der Alleinspieler verlangt nun sofortigen Spielgewinn, da er der Meinung ist, dass der Kartengeber nichts sagen darf. Dieser ist aber der Auffassung, dass der Alleinspieler nur ein fadenscheiniges Recht sucht, um sein Spiel zu gewinnen.

 Urteil:

Der Alleinspieler hat sein Spiel gewonnen.

Nach ISkO 4.1.8 ist es der Gegenpartei nicht gestattet, einen Gegenspieler am unberechtigten Ausspiel oder am Begehen eines anderen Regelverstoßes zu hindern. Bei Verstößen ergeben sich Konsequenzen aus den Bestimmungen 4.1.3 bis 4.1.6.

Im vorgenannten Fall wollte Hinterhand auf die geforderte Kreuzfarbe sein Herz As absetzen. Als der Kartengeber das erkannte, hat er den Fehler mit seiner Aussage unterbunden. Das ist aber nach ISkO 4.1.8 nicht gestattet. Hat jemand vor der Spielentscheidung unberechtigt ausgespielt oder einen anderen Regelverstoß begangen, gilt das Spiel für die schuldige Partei verloren (SkO 4.1.4). Da der Kartengeber zur Gegenpartei gehört, hat der Alleinspieler sein Spiel sofort gewonnen.

 Das Skat-Gericht: Fall Nr. 029

Vorhand wird mit gehaltenen 22 der Alleinspieler. Im Skat findet sie so schlecht, dass sie einen »Null« ansagt und gleichzeitig Kreuz Ass ausspielt. Mittelhand legt versehentlich Herz Dame, obwohl sie Kreuz führt. Der Alleinspieler beansprucht nun sofortigen Spielgewinn, weil Mittelhand die geforderte Farbe nicht bedient hat, obwohl es möglich war. Hinterhand ist der Meinung, dass der Alleinspieler bereits durch das Ausspiel von Kreuz Ass das Spiel aufgegeben hat.

 Urteil:

Der Alleinspieler hat sein Spiel verloren.

Hat jemand eine ausgespielte Farbe oder geforderten Trumpf nicht bedient, obwohl es möglich war, gilt das nach ISkO 4.2.3 als falsches Bedienen. In diesem Fall ist das Spiel sofort beendet und für die schuldige Partei verloren (ISkO 4.1.4).

Das Deutsche Skatgericht hat im vorliegenden Fall entschieden, dass das Ausspiel von Kreuz Ass durch den Alleinspieler bei einem »Null« gleichbedeutend mit einer Spielaufgabe ist. Bei Nullspielen kann ein ausgespieltes Ass – mögen die Karten verteilt sein wie sie wollen – niemals von einem anderen Spieler übernommen werden. Daher ist das Spiel bereits beim Ausspiel entschieden. Ein Regelverstoß kann nicht mehr begangen werden. Gleich zu bewerten wäre der Fall, wenn die Gegenspieler sofort nach dem Ausspiel des Alleinspielers ihre Karten aufdecken.

Anders wäre zu entscheiden, wenn der Alleinspieler nicht das Ass, sondern eine andere Karte (z. B. König oder Dame) ausgespielt hätte. Da hier die Möglichkeit besteht, dass einer der Gegenspieler diese Karte übernehmen kann oder muss, kann das Spiel keinesfalls als Spielaufgabe bewertet werden. Falsches Bedienen hätte in diesem Beispiel zur Folge, dass der Alleinspieler nach ISkO 4.2.3 sein Spiel sofort gewonnen hätte.

 Das Skat-Gericht: Fall Nr. 030

Mittelhand wird mit gereizten 48 Alleinspieler. Sie nimmt den Skat auf, drückt ordnungsgemäß zwei Karten und spielt aus. Noch bevor einer der Gegenspieler reklamiert, wird ihr das unberechtigte Ausspiel bewusst. Sie legt ihre Karten verdeckt mit der Bemerkung auf den Tisch: „Mist, ich bin nicht ausspielberechtigt“. Einer der Gegenspieler reklamiert sofortigen Spielverlust für den Alleinspieler wegen unberechtigtem Ausspiel. Der andere Gegenspieler ist der Auffassung, dass der Alleinspieler seine Karte wieder aufnehmen und ein Spiel durchführen kann. Er begründet seine Meinung damit, dass der Alleinspieler vor der Spielansage nicht unberechtigt Ausspielen kann, da das Spiel erst mit der Spielansage beginnt. Weiterhin darf der Alleinspieler vorgezogene und sichtbar gewordene Karten zurücknehmen (Vorteil für die Gegenspieler).

 Urteil:

Der Alleinspieler hat ein Spiel verloren, das mindestens dem letzten Reizwert und der Anzahl der vorhandenen oder fehlenden Spitzen entspricht.

Nach ISkO 4.1.1 beginnt das Spiel mit der Spielansage. ISkO 3.4.6 Satz 2 besagt, dass eine vor der Spielansage ausgespielte Karte noch als Handkarte gilt. Es ist allgemein üblich und auch gestattet, dass der Alleinspieler zum ersten Stich ausspielt und erst dann eine gültige Spielansage vornimmt. Er kann sich daher nicht darauf berufen, dass das Spiel erst mit der Spielansage beginnt.

Nach ISkO 4.1.3 beendet unberechtigtes Ausspielen das Spiel. Ist es bereits entschieden, gewinnt die betreffende Partei mit den von ihr bis dahin eingebrachten Augen. Hat jemand nach ISkO 4.1.4 vor der Spielentscheidung unberechtigt ausgespielt, gilt das Spiel für die schuldige Partei in der Stufe einfach (nicht Schneider oder Schwarz) verloren. Der Alleinspieler ist im vorliegenden Fall verpflichtet, ein Spiel anzusagen, das mindestens dem letzten Reizwert entspricht. Dieses Spiel wird ihm als verloren abgeschrieben. Weigert er sich ein Spiel anzusagen, muss ein Schiedsrichter entscheiden, welches Spiel dem Alleinspieler unter Berücksichtigung des letzten Reizwertes und der Anzahl der vorhandenen oder fehlenden Spitzen abgeschrieben wird.

AKTUELL
 


+++ 07.11.2017: Spieltag: 46, Spieler:12 , Mitglieder:12 , Gastspieler: , Tische: 4, Tagestop: 1532 Pkt., Tagesflop: 480 Pkt. +++ marquee>

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